Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Hier geht's um Schnecken im Unterricht, oder bei sonstigen pädagogischen Projekten.

Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon mi123 am 07.02.2018, 21:45

Hallo liebes Forum,
ich habe ein paar Fragen:

Ich unterrichte Sachkunde in einer zweiten und in einer dritten Klasse. Mit der einen Klasse würde ich gerne im März, mit der anderen Ende April eine Unterrichtsreihe zu Schnecken durchführen. Wie stehen meine Chancen, Schnecken in ausreichender Zahl (15 sollten es mindestens sein) in diesen Monaten in Norddeutschland zu finden? Wie viel Aktivität kann ich von den Schnecken erwarten? Diverse Schulbücher schlagen Schneckenversuche vor, die sehr nett und anschaulich klingen (z.B.: kann eine Schnecke über einen Strohhalm balancieren?). Aber da Schnecken ja doch vor allem nachtaktiv sind, frage ich mich, ob derartige Versuche überhaupt sinnvoll durchführbar sind.

Welche Schneckenarten dürften sich am besten eignen? Ich habe gelesen, dass Weinbergschnecken vom 1. März bis 31. Juli geschützt sind. Achatschnecken sind in Deutschland ja nicht heimisch und machen daher wenig Sinn. Ich habe daher an Garten-Bänderschnecken gedacht. Diese sind aber recht klein, zudem las ich, dass "alle Schnecken mit Schneckenhaus" geschützt wären - also auch die Bänderschnecken?

Danke schon einmal im Voraus!
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Nina 99 am 07.02.2018, 22:17

Hallo mi123,

Weinbergschnecken stehen unter Naturschutz. Das nicht nur in bestimmten Monaten, sondern das ganze Jahr über. Mit Grundschüler ist es (zumindest in der Regel) schwierig überhaupt Versuche/praktische Übungen zu machen. Mit lebenden Tieren ist das wirklich eine Herausforderung.
Ich war mit einem zum Lehrplan passenden Projekt schon in verschiedenen Jahrgängen. Am besten ist es, wenn man entweder ein Video zeigt, oder die Versuche mit wenigen Tieren vor den Augen der Schüler durchführt.
Hierfür nimmt man in Ermangelung eigener Tiere entweder Bänderschnecken, oder man hat die Möglichkeit sich zum Beispiel an einer Uni Achatschnecken zu leihen.
Eigens für ein Projekt kann man nur dann Schnecken von einer Schneckenfarm beispielsweise kaufen, wenn man auch weiß, was mit den Tieren passiert, wenn sie für die Schule nicht mehr gebraucht werden.
Wenn man den Schülern lebende Tiere in die Hand gibt, hat man mit Verlusten zu rechnen.
Das Leben ist wie ein Gummiboot
sehr schaukelig und nicht ganz dicht... Unbekannt

LG Nina
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon mi123 am 07.02.2018, 23:41

Das ist interessant. Das mit den Monaten habe ich aus einem Buch vom Verlag an der Ruhr, allerdings aus dem Jahr 2001. Vielleicht gab es ja in der Zwischenzeit eine Änderung.

Die Versuche sind darauf ausgelegt, dass sie von Grundschulkindern durchgeführt werden können. Eine reine Vorführung hätte einen recht geringen Lerneffekt, zudem in meiner Klasse mit 29 Kindern kaum denkbar. Achatschnecken halte ich wie gesagt nicht für sinnvoll, da die Unterrichtsinhalte die Lebenswelt der Kinder miteinbeziehen sollten, was ja bei Achatschnecken nicht der Fall ist. Es müssen dann also schon Bänderschnecken sein, womit ich zurück zu meiner Frage komme: Finde ich davon Anfang März und Ende April genügend Exemplare und sind diese morgens zwischen 9 und 10 Uhr noch aktiv?
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Wassn am 08.02.2018, 07:12

Ich arbeite in einer Kita mit Kindern in Alter von 1-10 und wir haben gefleckte Weinbergschnecken in einem Terrarium, die ich gemeinsam mit den Kids pflege.
Wenn wir das Terrarium säubern, dann wasche ich einen Tisch gründlich ab, sprühe ihn mit einer Blumenspritze feucht ein, lege Salat + Gurkenteile auf den Tisch und setze dann alle Schnecken dazu. Unter diesen Bedingungen kommen immer alle Schnecken aus ihrem Haus. Manchmal muss man halt auch ein bisschen warten. Aber dies gehört ja auch dazu, das zu lernen.
Um den Tisch hocken manchmal 10 + Kids, die dann auf die Schnecken aufpassen.
Die Kids sind dann auch vom Alter sehr bunt gemischt.
1. Vorher Regeln für den Umgang mit den Tieren festlegen. Bei uns sind die Regeln den Kids bekannt, ich wiederhole sie allerdings immer wieder:
- Die Schnecke darf nur auf die Hand, wenn sie von selbst darauf kriecht. Keine Schnecke wird am Haus genommen und "vom Tisch abgezogen".
- Die Hände sind sauber und vor dem Schneckenkontakt gut gewaschen. Es befinden sich keine Seifenreste mehr darauf. (ich kontrolliere das vorher). Die Hände werde mit dem Wasser immer mal wieder eingesprüht, so dass sie etwas feucht sind.
- Schnecken sind in erster Linie "Guck-Tiere", die man Anschaut, aber nicht streichelt oder anfasst. Man darf 1 x pro Kind das Haus anfassen und gucken wie die Schnecke reagiert.
2. Die Kids machen das super. Wenn ich das Terrarium säubere, dann muss ich nicht nach den Schnecken schauen. Es ist noch nie, einem Tier etwas passiert!
3. Den Kids vorher vermitteln, dass die Schnecke das alles freiwillig macht, also nicht gezwungen werden soll. Sie selbst möchten ja auch nicht gezwungen werden, über ein Messer zu steigen... usw.


Für die Klasse, wenn die Kids in Kleingruppen arbeiten, (29 Kinder sind schon eine Menge) und vorher Regeln festgehalten worden sind, sehe ich kein Problem, warum das Experiment nicht klappen sollte.
Wichtig ist, die Kids vorher gut zu kennen, um ihren Umgang mit Tieren einschätzen zu kennen. Experimente verführen auch manchmal, immer einen Schritt weiter zu gehen, da kann es durchaus auch sein, dass ein Tier gequält wird, weil man wissen will was passiert. Daher: die Kids gut vorbereiten und die Experimente einschränken. Vielleicht macht auch jede Arbeitsgruppe nur 1 Experiment und die Ergebnisse werden dann in der Klasse besprochen und ausgewertet. So hat jeder auch was Besonderes zu berichten.
Und wenn du in Kleingruppen arbeitest, brauchst du auch keine 20 Schnecken, sondern 10-12. Ich würde in Kleingruppen mit 4- 5 Kids arbeiten, pro Gruppe vielleicht 2 Schnecken, höchstens.
Ob es in diesen Monaten schon genug Schnecken draussen zum Sammeln gibt, weiss ich nicht. Meine Tiere sind alles Nachzuchten und sind nicht der Natur entnommen. Und ja, es ist verboten, Weinbergschnecken aus der Natur zu sammeln. Sie sind geschützt, da sie massenhaft für die Lebensmittelindustrie abgesammelt worden und auch noch mancherorts, abgesammelt werden.

Ich kann von mir sagen, ich würde dieses mit unseren Kindern in der Einrichtung durchaus wagen. Aber unsere kennen den Umgang mit den Schnecken. Es ist ihr Alltag.
Vielleicht findet sich ja auch ein Schneckenhalter bei dir aus der Gegend, der euch Tiere zur Verfügung stellen würde.
Ansonsten die Kids einfach mal fragen, wo es Schnecken gibt. In der Regel kennen die Plätze, wo sie schon welche gesammelt haben.

Man lernt durchaus besser, wenn man selbst etwas macht. Und es gehört auch Vertrauen dazu. Wird einem etwas zugetraut, dann wächst man auch daran. Wenn man es richtig anpackt, kann man durchaus auch mit so einer großen Kindergruppe mit den Schnecken arbeiten, ohne dass es Tierverluste gibt. Man muss die Kids halt gut vorbereiten und damit rechnen, dass trotzdem etwas passieren kann. Aber wie gesagt, bei uns ist noch nie ein Tier durch ein Kind zu Tode gekommen und wir haben verschiedene Stabheuschreckenarten und auch die Schnecken schon 1-2 Jahre in der Einrichtung.

Und ich denke man könnte auch mit Hainbänderschnecken arbeiten. Sind halt ein bisschen kleiner, dann gibt man den Kids noch große Handlupen und lenkt so gleichzeitig vom "Anfassen" aufs "Angucken" um.
Viel Erfolg!
Mindestens eine Schnecke wird immer einen Weg
zu deinem Salatbeet finden.
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Diana am 09.02.2018, 08:29

Hallo mi123,

soweit ich weiß, dürfen in manchen Bundesländern von Lehrern für Schulungszwecke ein paar wenige Tiere (nax.5) für kurze Zeit der Natur entnommen werden. Da hängt aber noch eine ganze Reihe Regelungen mit dran. Abgesehen davon, daß die Weinbergschnecke so früh meist noch nicht aus ihrer Winterstarre kommt- es sei denn es ist da schon sehr war- ist die Arbeit mit wilden Weinbergschnecken recht schwierig. Sie ziehen sich bei Berührung instinktiv lange zurück und sie sind regenaktiv. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch genug, dann sind sie auch am Tag aktiv. Sie sind jedoch, wenn man sie lange genug hält, leicht an Berührung und auf eine bestimmte Aktivitätszeit zu gewöhnen. Heute sammeln und gleich Versuche machen geht nur bedingt. Es dürfte zudem sehr schwer sein, die Weinbergschnecke in Klassensatzmenge zu sammeln.
Bei wilden Weinbergschnecken kommt ein Futterproblem hinzu. Das sind sehr heikle Fresser und ein gut Teil der gesammelten Tiere verhungert, weil sie "ihre" Futterpflanze nicht vorfinden. Auf Gemüse umstellen geht nur bei wenigen schnell genug,
Weinbergschnecken aus Farmen sind umgänglicher, werden aber erst ab Mai verkauft.
D'ie Bänderschnecken gibt es draußen in größerer Menge, sie stehen nicht unter Schutz, sind nicht ganz so heikel in ihrer Futterwahl und werden früher im Jahr aktiv. Nachteil: sie sind noch berührungsempfindlicher und kleben sich gerne tagsüber einfach an der Scheibe fest und machen das Haus sozusagen dicht.
Im Terrarium gehaltene Tiere sind von Schneckenfarmen und weitgehend an Berührung und gängiges Futter gewöhnt, dürfen aber nachher nicht in die Natur entlassen werden. Vielleicht ist es möglich im Klassenzimmer dauerhaft ein kleines Terrarium einzurichten. Weinbergschnecken werden bei guter Haltung mehrere Jahre alt und die jährliche Suche mit eingewöhnen hätte sich erledigt. Diese Schnecken gehen auch nicht unbedingt in Winterschlaf- wären also evtl. dem Lehrplan entsprechend wach.


einen lieben Gruß
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Billie am 09.02.2018, 16:12

Hallo mi123,

Ich kann mich Diana nur anschließen.
Es gibt eine Schneckenfarm, die auch Cornu aspersum verkauft - und zwar das ganze Jahr über, da sich diese Art im Unterschied zu Helix pomatia im Winter nicht verdeckelt. Es gibt dort auch bestimmte Angebote wie z.B. fünf Tiere extra für Lehrer, oder auch ein kleines bereits vollständig eingerichtetes Terrarium einschließlich "Beipackzettel". Ich selbst habe zwar keine Cornu aspersum, habe hier im Forum aber bereits mehrfach gelesen, dass sie beim Futterangebot nicht so wählerisch sind wie Helix pomatia.
Soltest du Interesse haben, schreib mir einfach eine PN, dann schicke ich dir den Link der besagten Schneckenfarm.

Schöne Grüße, Billie.
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Diana am 09.02.2018, 22:02

Hallo nochmal,

war heute morgen leider zu knapp, um noch mehr zu schreiben. Ich mußte los zur Arbeit.
Cornu aspersum( gefleckte Weinbergschnecke) ist tatsächlich wesentlich pflegeleichter, wie unsere einheimische Weinbergschnecke. Was in der Küche an Gemüse verwendet wird, kann auch an sie verfüttert werden und wird gerne genommen. Wie Billie schreibt, macht sie keinen Winterschlaf, sie zieht sich nur klimabedingt in ihr Haus zurück und dichtet es zum Untergrund mit getrocknetem Schleim ab. Sie wird zunehmend auch freilebend in Deutschland angetroffen, überlebt aber den Winter (noch) nicht.
Bis auf die etwas abweichende Färbung entspricht sie der heimischen Weinbergschnecke. Die gezüchtete Variante der Cornu aspersum (meist Cornu aspersum maximum genannt) erreicht auch die Größe der hiesigen Weinbergschnecke.
Wassn hat da ja schon klasse Tipps gegeben- die hätte ich brauchen können, als ich in der Kindergruppe im Gartenverein meine Schnecken vorgestelllt habe :lol: . War erstaunt, wie vorsichtig die Kinder mit den Schnecken umgegangen sind.
Könnte sein, daß vielleicht unter "Angebote" jemand Cornu aspersum anbietet- einfach mal nachschauen. Bänderschnecken und Helix pomatia werden schon auch von einigen gehalten, aber wegen der geringen Nachwuchsrate selten abgegeben.

Ich halte sowohl Cornu aspersum als auch Helix pomatia. Bei Helix pomatia hab ich jetzt auch endlich Nachwuchs (wäre eigentlich ideal, da an Terrarienhaltung und gängiges Futter gewöhnt). Der ist nur leider noch zu jung und viel zu klein zum abgeben.
Bänderschnecken wären mit ziemlicher Sicherheit in ausreichender Zahl zu finden und könnten je nach regionalem Kleinklima zu der Jahreszeit auch schon aktiv sein.

Liebe Grüße, Diana
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon mi123 am 12.02.2018, 20:09

Herzlichen Dank für die vielen ausführlichen Antworten!

Ich werde es wohl mit Helix aspersa versuchen, da ich die gut kaufen kann - danke für den Tipp! Da sie unseren Weinbergschnecken ja ähneln, geht der Lebensweltsbezug nicht völlig verloren. Ich darf die Schnecken jedoch nicht in die Natur aussetzen, richtig?

Unter http://rathaus.rostock.de/sixcms/media. ... HNECKE.pdf habe ich folgendes gefunden:

§ 44 Schutzvorschriften für besonders
geschützte Tier- und Pflanzenarten.
(1) Es ist verboten,
1. wildlebenden Tieren der besonders
geschützten Arten nachzustellen, sie zu
fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre
Entwicklungsformen der Natur zu ent
nehmen, zu beschädigen oder zu
zerstören,...
3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild
lebenden Tiere der besonders geschützten
Arten aus der Natur zu entnehmen, zu
beschädigen oder zu zerstören,
(2) Es ist ferner verboten,
1. Tiere und Pflanzen der besonders
geschützten Arten in Besitz oder
Gewahrsam zu nehmen...
oder zu be- oder verarbeiten
(Besitzverbote),...

Der Besitz der Schnecken ist in meinem Fall aber legal, da ich sie von einem Züchter kaufe und gezüchtete Schnecken nicht wildlebend im Sinne des Gesetzes sind - ich darf sie nur nicht in der Natur aussetzen (hierzu finde ich leider keine Quelle), korrekt?
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Kat am 12.02.2018, 21:19

Hallo mi123,

das ist korrekt.

Es handelt sich bei den Schnecken die Du kaufen möchtest um Cornu aspersum, Helix pomatia ist unsere einheimische Art. Weinbergschnecke ist nicht gleich Weinbergschnecke :wink:
Zudem sollte man nie Tiere aussetzen die am dortigen Ort nicht heimisch sind, und die Cornu aspersum ist in Deutschland eben nicht heimisch. Sie bewohnt eher den Mittelmeerraum, Orte wie Deutschland, Österreich und Schweiz z.B. sind ihr zu kalt, da sie keinen festen Kalkdeckel ausbilden kann um sich zu schützen, sondern nur ein dünnes Häutchen. Zudem kann man durch unbedachtes Aussetzen leicht Arten einschleppen die im schlimmsten Falle die heimischen Arten verdrängen und/oder somit gefährden.

Cornu aspersum sind in Deutschland nicht besonders geschützt soweit ich weiß, da eben hier nicht heimisch. Als Haustiere darfst Du sie (wie Achatschnecken ja auch) ohne Einwände halten, jedoch keinen Nachwuchs oder die Elterntiere selbst hier wieder aussetzen.

Liebe Grüße
Kat
Wenn man den ganzen Irrsinn des Lebens einmal für sich modifiziert hat, geht's.
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon mi123 am 12.02.2018, 22:09

Alles klar!
Ich schaue gerade auf amazon nach geeigneten Behältern, wobei ich merke, dass ich überhaupt nicht weiß, wie viel Platz so eine Schnecke überhaupt brauch. Ich möchte 20 Cornu aspersum beheimaten und diese entweder in einem großen oder in vier kleineren Plastikbehältern aufbewahren. Würde 4x sowas hier: [url]www.amazon.de/Ferplast-60021099W2-Fischbecken-Medium-Maße/dp/B00M2W68RS/[/url] ausreichen? Die Abmessungen sind 23,2 x 15,3 x 16,6 cm
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon wolf am 13.02.2018, 23:45

Huhu an alle,
der Kauf von Cornu aspersum (z.B. aus Zuchtfarmen) ist unproblematisch. Das wurde hier ja schon verschiedentlich geschrieben.
Vielleicht sicherheitshalber doch noch eine winzige Anmerkung. Nach meiner Kenntnis ist Cornu aspersum (noch unter der alten Bezeichnung Helix aspersa) in die Bundesartenschutzverordnung aufgenommen worden (kann man/frau dort nachlesen). "Besonders geschützt" sind laut dieser Verordnung einheimische Populationen der genannten Art (z.B. gibt es seit langer Zeit stabile Populationen in West- und Südwest-Deutschland, die den Winter normalerweise gut überstehen). Auch im Bereich Niederrhein/Niederlande ist die Art gut etabliert. In Großbritannien lebt die Art schon seit Jahrtausenden (nachweislich bereits, bevor die Römer dort erstmals ihren besitzergreifenden Fuß auf die Gestade Südenglands setzten). Als Verbreitungsgebiet der Art wird daher "mediterran-westeuropäisch" angegeben. Natürlich ist es in der Praxis kaum möglich, einheimische Populationen von Populationen sauber zu unterscheiden, die erst kürzlich durch Verschleppung entstanden sind (zumal Cornu ja offenbar in steter Ausbreitung begriffen ist).
Grüßli: wolf
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Bolt am 14.02.2018, 00:26

Hallo,
behältst du die 20 Schnecken denn dann im Anschluss? Dann würde ich nach einem sehr großen Terrarium Ausschau halten. Für wenige Tage sind solche kleinen Boxen sicher ok, aber nicht auf Dauer. Hier werden teilweise Maße von ca 60x30x30 für 3-5 Weinbergschnecken genannt, aber selbst das halte ich für zu klein. Und falls du sie im Anschluss verkaufen willst, was machst du wenn sich keine Käufer finden?

Ich finde es generell nicht so gut, Tiere für Schulzwecke zu benutzen, verstehe nicht warum es plötzlich in Kindergärten und Schulen lebende Tiere braucht. Wir haben damals noch ganz gut ohne lebende Tiere gelernt, da gab es Ausflüge in die Natur, wo man die Tiere direkt sehen konnte und was dazu gelernt hat, statt den Kindern zu lernen dass man Tiere für solche kurzen Versuche extra anschaffen und benutzen kann.
Bolt
 

Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Diana am 14.02.2018, 04:17

Hallo,

Danke wolf für Deinen Artikel. Wieder was gelernt.

Was die beschriebenen Behältergröße angeht: Die ist ganz sicher zu klein, wenn man die Schnecken halten will. Zum Transport, als Quarantäneheim für ein/zwei Tiere oder mal für ein paar Tage zum besseren Beobachten geht das schon. Aber nicht für längere Zeit. Über welchen Zeitraum zieht sich die Unterrichtsreihe denn hin? Sind das ein paar Wochen oder ein paar Monate? Doppelt so groß sollten sie meiner Meinung nach schon sein- auch kurzfristig. Der Pflegeaufwand wird sonst zu hoch. Die kleinen Behälter müssten jeden Tag gesäubert werden, sonst stinkts und wird eklig.
Alle 20 dauernd zu halten würde ich ohnehin nicht empfehlen- das werden ganz schnell mehr. Ein paar Eier übersieht man immer irgendwie. Da Cornus zudem ziemlich stallen muß relativ oft sauber gemacht werden. Je mehr Tiere umso häufiger. Ist das Terrarium eingerichtet erhöht sich der Aufwand bei vielen Tieren beträchtlich. Und ich finde Tiere in der Schule machen nur dann Sinn, wenn sie in ihrer Lebenswelt gezeigt werden und nicht ausschließlich in einem sterilen Behälter.

Vielleicht vorab unter einer neuen Überschrift hier im Forum schon mal umhören, ob jemand überzählige Tiere später aufnehmen kann. Da kämen dann evtl. noch Versandkosten dazu. Denkbar ist natürlich auch, daß man sie ihrem ursprünglichen Zweck zuführt (bringt halt nicht jeder fertig)

Wir haben damals noch ganz gut ohne lebende Tiere gelernt, da gab es Ausflüge in die Natur, wo man die Tiere direkt sehen konnte und was dazu gelernt hat, statt den Kindern zu lernen dass man Tiere für solche kurzen Versuche extra anschaffen und benutzen kann.

Da stimm ich zu. War auch meine erster Gedanke. Aber in meiner Grundschulzeit hätte auch niemand geklagt, weil man mit aufgschürftem Knie vom Ausflug kam oder mit den guten Klamotten in die Kuhsch.....gefallen ist. Die Natur war vor der Haustüre. Und mit einer ganzen Klasse eine einzige Schnecke in der Natur beobachten... :wink: Erst mal eine finden!
In der weiterführenden Schule hatten wir allerdings auch Tiere. Da ging es dann mehr darum, wie man an ihnen forscht, ohne sie zu verletzen oder zu quälen. So habe ich bei einem Projekt bewiesen, daß Goldfische hören und Farben sehen, und außerdem lernfähig sind. Tschuldigung - bin vom Thema abgekommen.

Also das Beschaffen der Schnecken ist nicht das Problem, sondern die anschließende Unterbringung. Für 20 Tiere dauerhaft gehalten würde ich mal so aus dem hohlen Bauch raus ein Meterbecken vorschlagen. ( 100 x60 x50) Cornus kuscheln ganz gerne. Und bei dem Besatz dürfte dann auch die Einrichtung/ Bepflanzung einige Zeit überleben. Mit Ästen und Verstecken ausgestattet könnte das funktionieren. Reinigen jeden zweiten/dritten Tag desgleichen füttern. Eier suchen wöchentlich

LG, Diana
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon mi123 am 21.02.2018, 00:00

Bolt hat geschrieben:Ich finde es generell nicht so gut, Tiere für Schulzwecke zu benutzen, verstehe nicht warum es plötzlich in Kindergärten und Schulen lebende Tiere braucht. Wir haben damals noch ganz gut ohne lebende Tiere gelernt, da gab es Ausflüge in die Natur, wo man die Tiere direkt sehen konnte und was dazu gelernt hat, statt den Kindern zu lernen dass man Tiere für solche kurzen Versuche extra anschaffen und benutzen kann.


Ich arbeite in einer Stadtschule mit Kindern, die 90% ihrer Freizeit vor dem Fernseher verbringen. Ich bin davon überzeugt, dass der ausgiebige Kontakt mit Tieren verbunden mit der Aufgabe, sich um deren Wohlergehen zu kümmern, für viele Schüler eine einzigartige und sehr wertvolle Erfahrung ist.

Die Unterrichtsreihe würde ich in zwei Klassen nacheinander durchführen, jeweils einen Monat vor und einen nach den Osterferien. In den Ferien würde ich die Schnecken mit nach Hause nehmen. Die anschließende Versorgung bereitet mir noch etwas Kopfschmerzen. 3-4 Schnecken behalte ich gerne selbst, die restlichen 12-13 möchte ich wieder loswerden. Hier im Forum scheinen sie selbst verschenkt ja aber kaum zu vermitteln sein. Schwierig :/ Ich werde den Verkäufer fragen, ob er sie evtl. auch zurücknimmt.

Als Unterbringung für 16 Schnecken habe ich nun 4 Boxen mit der Größe 60 x 40 x 33 cm bestellt.

Für die Haltung habe ich mir folgende Checkliste aufgeschrieben und freue mich über Ergänzungen!

- Ausstattung:
Rinde, Äste usw. für Verstecke; Bepflanzung mit Efeu oder Kunstpflanzen
Eierschalen für Calcium-Zufuhr
Wasserbad
Gartenerde oft unbrauchbar? Irgendwo habe ich gelesen, dass die Erde von Maulwurfshügeln (davon gibt's hier viel) gut geeignet sei. Terrarienerde könnte ja teuer werden, falls die regelmäßig ausgetauscht werden muss.

- 3x/Woche befeuchten

- 1x/Woche Eier entsorgen

- Futter: beliebiges Obst/Gemüse

- Reinigung:
Alle 2 Tage: Kot und Nahrungsreste entfernen.
Hier finde ich unterschiedliche Angaben. Einsatz von Chemikalien zur Abtötung von Krankheitserregern bei der Säuberung notwendig ja/nein? Muss der Erdboden komplett ausgetauscht werden oder nur die oberste Schicht? Wie häufig?
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Re: Schnecken im März/April - Weinbergschnecken legal?

Beitragvon Emmy11 am 21.02.2018, 08:45

Bitte auf keinen Fall Chemikalien verwenden. Klares Wasser genügt.
Bei der Erde reicht es aus die oberr Schicht zu wechseln. Das muss aber jetzt auch nicht alle 4 Wochen gemacht werden. Nur je nach Abnutzung, aber das wirst du selbst merken wenn es so weit ist z.b.die Erde zu trocken ist.
Schneckige Grüße Emmy
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