Diskussion Inzucht/Hybriden

Alles was es sonst noch über Achatschnecken zu sagen gibt, kommt hier rein.

Diskussion Inzucht/Hybriden

Beitragvon Fienchen am 14.03.2012, 17:51

Edit Fine: Ich habe die Diskussion zu Inzucht und Hybriden mal aus Lenis Thread hierher dupliziert. Beiträge die sich nicht direkt auf Lenis Problem beziehen können dann hier gepostet werden :)


Was genau wäre denn so schlimm, wenn es Mischlinge wären?
Solange man bei möglicher Weitergabe sagt, was sie sind...
Gibt es denn überhaupt schon langfristige Erfahrungswerte bezüglich der Gesundheit, Ansprüche, Fortpflanzungsfähigkeit und Lebenserwartung der Mischlinge?
Artenreinheit ist ja schön und gut. Und es wird ja auch immer Züchter geben, die die reinen Arten erhalten. Aber sollte man deshalb grundsätzlich Mischungen frosten? Wenn die Natur es doch möglich macht... Vielleicht sind diese Tiere ja sogar eine Bereicherung. Und wenn man auf der anderen Seite die vermutlich stark verinzüchteten reinen Linien sieht, weiß ich wirklich nicht, was besser oder schlechter ist...
Vielleicht hat ja schon jemand Erfahrungen mit Mischlingen gemacht?
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Beitragvon Drachin am 14.03.2012, 17:57

Das Problem ist, dass erstens verschiedene Arten schonmal gar nicht zusammen gehalten werden sollten, weil die Anprüche verschieden sind.
Zweitens: Du kannst zum Teil gar nicht erkennen, ob es sich evtl. um einen Mischling handelt, da wir gar nicht wissen, wie sich das äußert. Von daher ist Betrug möglich (ich verkaufe dir meine angeblich reinerbige Schnecke für teuer Geld, obwohl es ein Mischling ist).

Eigentlich sind Mischlinge auch überhaupt nicht natürlich, weil die Arten, die da in einem Terrarium zusammen gehalten werden, evtl. in der Natur hunderte Kilometer voneinander entfernt leben würden.

Alles in allem gibt es mehrere Gründe dafür, keine Mischlinge zu zeugen. Selbst wenn man meint, nur für sich selbst Mischlinge haben zu wollen, so können Schnecken das Sperma doch extrem lange speichern und du weißt bei den nächsten Gelegen für lange Zeit nicht mehr, ob reinerbig oder nicht. Und es gibt nunmal Halter, die auf reinerbige Schnecken bestehen.
Nicht meine Schuld, kann nichts dafür,
Ich bin doch nur ein wildes Tier...!
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Beitragvon Fusselnase am 14.03.2012, 18:00

Eine Weitergabe wäre schlimm, weil erfahrungsgemäß mit den Tieren weitergezüchtet werden wird und auch wenn der neue Besitzer noch weitergibt, dass es sich um Mischlinge handelt, der nächste oder übernächste wird das mit Sicherheit vergessen. Und schwupps kauft sich jemand diese Tiere zur Blutauffrischung für die eigenen Immaculata und mit Pech gibt es dann irgendwann keine reinen Immaculata mehr.
Es wäre sehr schade, wenn die Immaculata auf Dauer aus unseren Terrarien verschwinden würden.

Daher: entweder keine Mischlinge produzieren oder aber alle davon immer selbst behalten.
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Re: Artenbestimmung! Bilder^^

Beitragvon Fabian.E am 14.03.2012, 18:25

Fienchen hat geschrieben: Und wenn man auf der anderen Seite die vermutlich stark verinzüchteten reinen Linien sieht, weiß ich wirklich nicht, was besser oder schlechter ist...

In der Schneckenhaltung ist Inzucht anscheinend kein Problem und das kommt in der Natur doch auch eher vor als so Mischlinge.
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Re: Artenbestimmung! Bilder^^

Beitragvon Frosty am 14.03.2012, 18:35

Fabian.E hat geschrieben:
Fienchen hat geschrieben: Und wenn man auf der anderen Seite die vermutlich stark verinzüchteten reinen Linien sieht, weiß ich wirklich nicht, was besser oder schlechter ist...

In der Schneckenhaltung ist Inzucht anscheinend kein Problem und das kommt in der Natur doch auch eher vor als so Mischlinge.



Inzucht ist immer ein Problem! In der Natur leben Schnecken in wesentlich größeren Populationen als in unseren Terrarien. Das bedeutet, dass diese Gruppe auch einen wesentlich größeren Genpool hat, sodass Inzucht eben nicht häufig vorkommt. Kleinwüchsigkeigt ist wahrscheinlich eine Folge von Inzucht.
Zuletzt geändert von Frosty am 14.03.2012, 18:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Artenbestimmung! Bilder^^

Beitragvon Frosty am 14.03.2012, 18:51

Fienchen hat geschrieben:Was genau wäre denn so schlimm, wenn es Mischlinge wären?
Solange man bei möglicher Weitergabe sagt, was sie sind...
Gibt es denn überhaupt schon langfristige Erfahrungswerte bezüglich der Gesundheit, Ansprüche, Fortpflanzungsfähigkeit und Lebenserwartung der Mischlinge?
Artenreinheit ist ja schön und gut. Und es wird ja auch immer Züchter geben, die die reinen Arten erhalten. Aber sollte man deshalb grundsätzlich Mischungen frosten? Wenn die Natur es doch möglich macht... Vielleicht sind diese Tiere ja sogar eine Bereicherung. Und wenn man auf der anderen Seite die vermutlich stark verinzüchteten reinen Linien sieht, weiß ich wirklich nicht, was besser oder schlechter ist...
Vielleicht hat ja schon jemand Erfahrungen mit Mischlingen gemacht?


Ich finde, solange man gewährleisten kann, dass man die Tiere bis zum Tode behält ist das kein Problem. Aber wenn wir in unseren Terrarien hinundherkreuzen nur weil die Natur es zulässt, finde das nicht richtig. Außerdem steht ja auch noch die Frage im Raum, ob die Arten sich in der freien Natur überhaupt begegnen würden. Es gibt auch Kreuzungen zwischen Löwe und Tiger. Die Natur lässt es zu, aber es passiert nicht, da sie in unterschiedlichen Habitaten leben.

Ich finde, wenn Mischlinge entstehen, sollten wir es auch wirklich der Natur überlassen. Wenn sich Schnecken verschiedener Arten in freier Wildbahn kreuzen, dann ist das Natur und dann ist das auch kein Problem.

Zwei Arten aus jux und dollerei zu kreuzen nur, um mal zu schauen was rauskommt finde ich nicht gut. Wieso muss dass denn unbedingt sein? Hybridisierung hat zwar sehr zur Entstehung verschiedener Arten beigetragen, aber das immer ohne Eingreifen von Menschenhand. Vielleicht sind fruchtbare Hybriden zwischen verschiedenen Schneckenarten möglich, aber was dann? Wir setzen diese Hybriden ja keiner Selektion aus, sodass wir nicht wissen können ob sie in freier Wildbahn überleben würden. Vielleicht haben sie wesentliche Nachteile, sodass sie gar nicht überleben würden.

Solange man den Genpool seiner Gruppen frisch hält, sehe ich kein Problem darin nur Schnecken einer Art miteinander zu kreuzen. Das ist wesentlich natürlicher, als artfremde und mMn besser, als irgenwelche Arten zu verpaaren, nur weil man Lust dazu hat.
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Beitragvon LENI am 14.03.2012, 19:06

Ich weiß eure Tipps wirklich zu schätzen. Ich weiß das Mischlinge schlecht sind. Ich personlich finde es jt nicht so schlimm kann aber verstehen, dass das manche tun. Andererseitz "vermischen" sich auch verschiedene "Menschenrassen". Doch Mensch ist Mensch. Da sagt dann auch keiner:" Schade kein reiner Afrikana mehr... :)
Bei den Schnecken sehe ich das genauso. Schneck ist Schneck^^
Ich habe kein Problem damit Eier einzufrieren. Ich will aber kein leben toten, für das ich eig. Platz hätte! Ich hoffe ihr versteht mich jt nicht falsch.

Aber zurück zum eigentlichen Thema! Es wäre echt toll und seeehr nett wenn einpaar Bilder reingestellt werden. :wink:
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Re: Artenbestimmung! Bilder^^

Beitragvon Birte am 14.03.2012, 19:09

Mit dem Unterschied dass alle Menschen der gleichen Art angehören (Homo sapiens), während die Schnecken um die es bei dir geht unterschiedlichen Arten angehören (Achatina immaculata und Achatina reticulata) ;)
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Re: Artenbestimmung! Bilder^^

Beitragvon Frosty am 14.03.2012, 19:20

Nein, Schnecke ist eben nicht Schnecke. Auf unserer wunderschönen Erde existieren schätzungsweise zwischen 45 000 und 100 000 verschiedene Schneckenarten, aber nur eine Art Mensch.

Und wenn die Möglichkeit besteht, dass es Mischlinge sind solltest du sie auch nicht abgeben.
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Beitragvon Fienchen am 14.03.2012, 19:29

Zu "Betrug / Teures Geld für reinerbige...": Man kann sich nicht sicher sein, eine reinerbige Schnecke zu kaufen solange es keine Stammbäume, Kennzeichnung, usw. für Schnecken gibt.

Zu "Inzucht ist bei Schnecken kein Problem...": Doch! Bei Schnecken mag es vielleicht nicht so schnell auffallen, aber Inzucht ist bei allen Lebewesen ein Problem. Um die vollen Schäden erfassen zu können müssten Schnecken viel tiefgreifender erforscht werden. Geschwisterkinder von Geschwistereltern, Geschwistergroßeltern, usw. immer wieder an neue Halter weiter zu geben und diese sich weiter verpaaren zu lassen geht für mich an tiergerechter Haltung vorbei, auch wenn diese Arten reinerbig sind. Wie oft liest/hört man `...meine Schnecken (Eltern sehen schon identisch aus) haben Nachwuchs. Gebe gerne mindestens drei zusammen ab weil sie nicht alleine gehalten werden dürfen...`?

Zu "Mischlinge sind nicht natürlich...": Das ist nicht erwiesen. Davon mal abgesehen ist es ja auch nicht natürlich, Achatschnecken im Terrarium zu halten. Wir greifen mit jeder Tierhaltung in die Natur ein. Außer wenn man davon ausgeht, daß Menschen "natürlich" sind... Wie war das noch mit den Zugvögeln, die Pflanzensamen über Klimazonen hinweg verbreiten....? Oder sind Hunde natürlich? - Aber das wird jetzt zu philosophisch...

Ich habe ganz bestimmt nicht das Bestreben, Mischlinge zu Forschungszwecken zu züchten. Wenn allerdings bei manchen Haltern schon Mischlinge bei schleimigen Techtelmechteln herausgekommen sind, finde ich, sollte man aus den Erfahrungen lernen können. Natürlich sollte man auf das Verantwortungsbewußtsein dieser Halter hoffen, diese Mischlinge nicht weiter zu züchten, bzw. als artrein weiter zu geben. Wobei allerdings auch bei Inzucht das Verantwortungsgefühl geweckt werden sollte.
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Beitragvon Fusselnase am 14.03.2012, 19:44

Es ist eine Sache, ob man ungewollt auf Mischlinge hereinfällt, es ist eine andere, wenn man diese Mischlinge absichtlich produziert und in Umlauf bringt. Sie im Laden abzugeben ist "in Umlauf bringen".

Zur Inzucht: Inzucht ist nicht automatisch ein Problem. Zum Beispiel gehen alle heute erhältlichen Goldhamster auf ein einziges trächtiges Weibchen zurück, das vor vielen Jahren gefangen wurde. Der Inzuchtgrad dieser Tiere ist also extrem hoch, viel höher als bei unseren Schnecken. Und trotzdem gibt es keine inzuchtbedingten Schäden.

Ich persönlich möchte nicht hereingelegt werden und Mischlinge untergejubelt bekommen. Denn auch wenn diese sicherlich schön sein könnten, so wäre ihr Nachwuchs extrem variabel und kann in Aussehen, Verhalten und Ansprüchen eher der einen oder eher der anderen Art ähneln. Man kann sich also nicht sicher sein, dass man die Ansprüche dieser Tiere erfüllen kann.
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Beitragvon Fienchen am 14.03.2012, 20:44

Hm, zu den Hamstern würde ich das so nicht stehen lassen. Was die Inzuchtschäden angeht, schau dir mal diesen Artikel an:
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/v ... 74714.html
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Beitragvon Fusselnase am 14.03.2012, 20:56

Da steht nichts von Erbkrankheiten, oder habe ich etwas überlesen?
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Beitragvon LENI am 14.03.2012, 20:58

....das ist ja alles schön und gut. Ich werde darüber nachdenken. Versprochen.
Doch es ist ja gar nicht sicher ob es überhaupt mischinge sind!!!
Ich hatte auch noch nie eine Paarung verschiedener Arten gesehen, also gehe ich davon aus das es zu 90% keine Mischlinge sind! :)

Sorry, aber ich hätte (wenn es keine großen Umstände macht :lol: ) gerne einpaar Bilder zu sehen einfach um sicher zu gehen..... :wink:
DANKE

LG LENI
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Re: Artenbestimmung! Bilder^^

Beitragvon Fienchen am 14.03.2012, 21:16

@ Fusselnase: Ich lese das schon daraus:

Zitat aus o.g. Link:
"Bei freier Partnerwahl entscheiden sich Laborweibchen häufiger für Männchen aus der Wildgruppe als für Labormännchen", berichtet Peter Fritzsche. So vermeiden die Tiere Inzucht und erhöhen die genetische Vielfalt. Außerdem sind männliche Wildhamster fruchtbarer als ihre domestizierten Artgenossen. Bei gleichen Paarungschancen zeugen wilde Vatertiere 85 von 100 Jungtieren. Lediglich 15 Hamsterbabys stammen von Laborvätern ab.

"Haben 75 Jahre Domestikation den Goldhamster verändert?", wollten die Hallenser Hamsterforscher herausfinden. Fritzsches Antwort lautet: "Ein bisschen." So haben sich die Haushamster offenbar an das Leben im Käfig angepasst. Denn sie bewegen sich weitaus weniger als wilde Goldhamster.

Auf diese Weise gelangten die von der Nase bis zum Schwanz etwa 18 Zentimeter langen goldgelben Hamster ....
( dagegen Zitat Wikipedia Goldhamster: Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 120–165 mm)


:arrow: Das heißt für mich schon, daß sie kleiner werden und die Fruchtbarkeit nachläßt.
Gabs hier nicht schonmal Beiträge zu kleiner werdenden Schnecken-Generationen?
Weniger Bewegungsdrang kann auch an der Haltung liegen.


@ Leni: ich habe leider keine Bilder dieser Arten. Sorry...
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