Schnecken und Klimawandel

Hier geht es um wissenschaftliche Aspekte des Schneckenlebens.

Schnecken und Klimawandel

Beitragvon Ryk am 24.08.2015, 14:08

Hallo allerseits!

Seit einiger Zeit ist der Begriff Klimawandel ja kein Fremdwort mehr. Um die Auswirkungen dieser Veränderungen im Naturhaushalt zu beobachten, untersuchten Dr. Anette und Prof, Bruno Baur von der Uni Basel im Schweizer Nationalpark (Engadin, Kanton Graubünden) das Verhalten der Gefleckten Schnirkelschnecke (Arianta arbustorium). Dabei stellten sie fest, dass diese Schnirkelschnecke, für die in der Literatur bisher für die Alpen ein Vorkommen bis 2700 m festgestellt wird, unter Berücksichtigung der letzten vorliegenden Unterlagen, im Verlauf der letzten 95 Jahren ihre Höhenverbreitung derzeit um 164 m bergwärts verlagert hat, während sich die (Jahres-)Durchschnittstemperatur im gleichen Zeitraum "nur" um 1,6 °C erhöht hat.

Die Forscher stellten dabei u.a. auch fest, dass diese Höhenwanderung von Arianta arbustorum nicht generell vorgenommen wurde, sondern von der Exposition der besiedelten Hänge unterschiedlich erfolgte. Das heisst, an den südexponierten Hängen krochen die Schnecken bis an ihre natürlichen Barrieren, wie etwa senkrechte Felswände und dergleichen, während sie an den Nord- und nordostexponierten Hängen weit weniger hoch zu finden waren.

Gleichzeitig stellten die Forscher fest, dass sich durch die höheren Temperaturen auch die Vegetation analog verschoben hatte und damit "zu einer verlängerten Aktivitätsperiode" für diese Schnirkelschnecke geführt hat.

Es wäre interessant, wenn die Users in diesem Forum gelegentlich auf ihrer Naturpirsch vielleicht auch mal etwas näher solchen Beobachtungen widmen würden !

carpe diem

Ryk
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