Seemandelblätter Anwendung

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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Abby am 20.10.2020 am 09:25

Huhu simsenlili :)
@ Abby : ich habe einen Liferanten für Seemandelbaumblätter angeschrieben und bzg. einer Behandlung der Blätter gegen Schimmel oder Insekten befragt, die Antwort steht noch aus. Da die Blätter in der teilweise ja sehr sensiblen Aquaristik schon lange angewendet werden, kann ich mir nicht so recht vorstellen, daß sie chemisch behandelt werden. Und: auf vielen Naturprodukten wie zb. Moos (verzeih, ich weiß das ist für Dich gerade das schlimmste Wort, aber ich habe nun just eine Tüte hier liegen ...) steht ausdrücklich drauf: unbehandelt, kann kleine Lebewesen enthalten. Diese Charge ist auch definitv nicht gegen Schimmel behandelt, denn es schimmelt wie blöd ...
Alternative Behandlungen sind super! Ich bin allerdings als Anfänger nicht so experimentierfreudig und erstmal froh daß es ein Produkt mit Erfahrungswerten (Dosierung/Wirkung) gibt.
Und: mitten in der Stadt wohnend, sind die Bäume sicher auch nicht ganz unbelastet. Dazu kommt, daß bestimmte Wirkstoffe sich zu bestimmten Jahreszeiten entwickeln, wenn man sich also gut auskennt, kann man sicher über das Jahr eine kleine Naturapotheke zusammen sammeln ... davon bin ich weit entfernt.
Allerdings - und deswegen bin ich sehr froh über Deinen Einwand - ist die Frage, wie das Bad eigentlich wirkt sehr wichtig. Ich weiß ja nicht sicher, ob es sich um einen Pilz/Bakterienbefall handelt und so ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit der unangenehmen Badeprozedur absolut berechtigt ...


Nur ganz schnell, weil ich finde, dass es - genau, wie Rasplutin gesagt hat - eigentlich mittlerweile viel mehr um deine Schnecken, als um das Thema "Mandelbaumblätter" geht ...
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass so vieles mit Chemie behandelt wird, ohne dass wir als Verbraucher uns das überhaupt vorstellen können oder wollen. Und obwohl diese behandelten "Dinge" und auch Nahrungsmittel für den menschlichen und auch tierischen Gebrauch und Verzehr gedacht sind, schädigen sie teilweise doch auf recht beträchtliche Art und Weise. Nicht sofort merklich, doch schleichend und langanhaltend!
Ein Verkäufer, der sein Produkt vermarktet und gut absetzen möchte, wird dir nicht in allen Einzelheiten Auskunft darüber geben, was tatsächlich so alles in und auf diesem Produkt haftet (vielleicht weiß er selbst es nicht einmal genau). Da gibt es so viele Beispiele, wie eine Deklarationspflicht umgangen werden kann - es ist unfassbar!
Wird z. B. Zucker als Hilfsmittel eingesetzt, so muss es nicht - nach meinem Wissen - deklariert werden. Auf den Ochsenziemern mancher Hersteller findet Zuckercouleur Einsatz, damit die Ziemer schön in dunkelbraun glänzen. Deklariert wird das aber nicht. Fisch-Frostfutter wird z. B. Vitamine beigesetzt, damit sie günstiger versteuert werden können. Ich habe mich mit einem Hersteller unterhalten, der gab mir diese Auskunft. Der Käufer meint, dass sein Futter schön vitaminisiert sei, dabei ist die Menge der zugeführten Vitamine nur in Spuren vorhanden, also total vernachlässigbar.
Was ich sagen will: Der Kunde wird permanent verar***! Man muss schon beinahe Chemiker sein, um durch all das durchzusteigen!
Ob nun die Seemandelbaumblätter tatsächlich behandelt sind, weiß ich nicht - doch ich nehme es wirklich stark an.
Ja, sie werden in der Aquaristik angewandt und ja, bei empfindlichen Garnelen und Fischen. Doch die Wassermenge, in der dies Geschieht ist auch eine viel größere, als in einem Schneckenbad, z. B. ...
Alles in allem führt dieses Thema viel zu weit und auch über meinen Wissensstand hinaus, als dass ich es hier noch weiter ausführen möchte oder könnte.
Ich wollte einfach mit meinem Beitrag mal darauf hinweisen, dass es evtl. (!) eine viel bessere, aber zumindest günstigere Alternative zum so hochgelobten Mandelbaumblatt gäbe - mehr nicht.
Ich habe gelernt, dass man keinesfalls immer alles glauben darf, was einem die Industrie so glauben machen will!
That's all ...
Abschließend wünsche ich dir viel Erfolg mit deiner kleinen "Sorgen-Schnecke" :thumb:
:) Nette Grüße, Abby
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Rasplutin am 20.10.2020 am 10:17

simsenlilie hat geschrieben:Oh jemine, das sieht ja schlimm aus!
Ja, und ich musste sofort daran denken, als ich deine Schnecken gesehen, bzw. über ihre Probleme gelesen habe.
Deine sind schon wesentlich weiter in ihrem Wachstum als meine waren, deshalb lässt sich gegen die Wachstumsprobleme bestimmt leicht gegensteuern.

Ich habe damals bei meinen die Ursache nicht gleich erkannt, sonst wäre eine Therapie ganz einfach gewesen:
Sofort stoppen mit neuer, unbekannter Kalkversorgung!

Bei mir war das damals ganz eindeutig der Rasenkalk, bei dir ist es (möglicherweise?) der Algenkalk.
Vielleicht ist Algenkalk ja eigentlich ganz prima, nur eben in anderer Dosierung, oder nicht zusammen mit Bio-Gurken, oder, oder, oder...

DAS kannst du ja entspannt herausfinden, wenn die Häuser deiner Schnecken wieder normal weiterwachsen.
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon simsenlilie am 20.10.2020 pm 14:53

Rasplutin hat geschrieben:Ich habe damals bei meinen die Ursache nicht gleich erkannt, sonst wäre eine Therapie ganz einfach gewesen:
Sofort stoppen mit neuer, unbekannter Kalkversorgung!


Ja, unbedingt!
Die Schale mit dem Algenkalk war heute morgen leer, ich habe allerdings Li im Verdacht ...
Ich werde ihn auch aus dem Terra entfernen: wenn er wirklich die Ursache für das Kruschelproblem ist, möchte ich auch Fritzi nicht damit belasten. Es ist ja, wie Du schon sagst, gar nicht klar wie er evt. schädlich wirkt: ist es die Konzentration des Kalks, Zusammenspiel mit anderen Faktoren, die Zuschlagstoffe, die Dosierung ... in der Natur finden Schnecken wohl eher keine so leicht verfügbare hohe Konzentration an Kalk. Sepia und Eierschale als natürliche Quellen mit niedrigerem Kalkgehalt sind ja weiterhin vorhanden.

Eine Ursache für das Wachstumsproblem zu benennen ist in diesem Fall wahrscheinlich eh´schwierig, da sich ja sehr viel auf einmal für die 3 geändert hat: anderes Futter, Bodengrund, Temperatur, LF, Keime ... gut, daß Du den Blick in diese Richtung gelenkt hast; auch wenn mir im Kalkkonsum der Kleinen nichts besonderes aufgefallen ist, die optische Ähnlichkeit des Schadens ist schon auffällig!
Obwohl die Drei noch nicht die Größe der Elterntiere haben, beginnt der Mündungssaum sich schon aufzuwölben, sehr viel Wachstum wird also wohl gar nicht mehr statt finden. Ich warte jetzt erst mal ein paar Tage ab, wie sich alles entwickelt, hoffe das Beste :) und melde mich.
Danke!
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Toffi am 09.12.2020 pm 20:35

Wie geht's den Schnecken bisher? :)

Ich bin Mal so frech und gehe nochmal zu Seemandelbaumblatt/Eichenblatt Thematik zurück.
Für meinen Kampffisch wollte ich das Wasser etwas dunkler machen und ich habe ein "Rezept" für eine Flüssigkeit dafür gefunden, an sich braucht man nur Laub (habe Eiche, Buche und ein bisschen Ahorn genommen), Wasser und einen Kaffeefilter. Leider hatte die Beschreibung keine Mengenangaben, ich habe selbst herumprobiert. Da habe ich genug Wasser genommen, um alle Blätter zu verdecken
Zuerst weicht man das Laub im Wasser auf. Das mixt man und kippt es durch einen Kaffeefilter in einen Behälter. Das duftet sogar sehr ähnlich wie Seemandelbaumblätter

Aber ich weiß nicht, ob Eichenlaub etc so leicht Tannine frei lassen, wie Seemandelbaumblätter
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon simsenlilie am 13.12.2020 pm 21:48

Hallo Toffi, hallo zusammen!

Danke daß du ein Update anschiebst, ich wollte längst geschrieben haben ... leider konnte ich das Kruschelproblem nicht lösen. Irgendwie hängen sich die Sorgen immer aneinander:

Vor mehreren Wochen war Fritzi schlagartig sehr klein, dunkel verfärbt und weit in ihr Häuschen zurück gezogen ( viewtopic.php?f=25&t=30021), ich habe sie aus dem Terra von der großen Schnecke Li getrennt und ins Aqua zu ihren Geschwistern gesetzt. Ihre Genesung dauerte letztlich mehrere Wochen, in denen sie klein, dunkel, inaktiv, schwächlich blieb (fiel von der Scheibe und blieb einfach liegen). Seit etwa 2 Wochen ist sie wieder fast die alte: sie sieht runder aus, Körper- und Mantelfarbe sind heller geworden und sie steckt wieder ihre kleine Nase in jede Ritze, um sich alles anzuschauen. Bis dahin habe ich jede Unruhe im Aqua vermieden, SMB-Bad wurde zum trinken angeboten, jedoch eher nicht angenommen (es gab alternativ reines Wasser). Evt. hat die Gabe von Sepiapulver in einer kleinen Badeschale die Besserung gebracht, das war die einzige Neuerung die ich gemacht habe. Etwa zeitgleich hat Merle noch einen kleinen Wachstumsschub gemacht - weiter kruschelig ...
Fritzi ist nicht gewachsen seit sie hier ist, ihr Häuschen ist also in Ordnung, Smilla hat ihr Wachstum beendet, leider kruschelig.

Ein Abstrich vom Häuschen ergab bei einer Laboruntersuchung einen Befund auf Bakterien, leider kann man nicht sagen, ob diese für das Kruschelwachstum verantwortlich sind oder nicht. Ich habe mich dennoch entschieden einen kompletten Erdwechsel vorzunehmen, um den Befallsdruck zu nehmen. Alle Einrichtung ist heiß abgeduscht, Terra gereinigt, frische Erde angesetzt; nun kalke ich auf und gerate ins grübeln über die pH-Werte, inzwischen habe ich 3 verschiedene Tester und alle zeigen etwas anderes an ...

In 14 l Erde sind derzeit 330g reines Ca Co3, das ungekalkte Substrat hatte einen pH-Wert von 4 bzw 5, aktuell liegen die Werte - je nach Test - zwischen 6 und 7.
Kann das sein? Ich lese hier immer die Formel 350-400 g auf 7-9 l Erde, ich bräuchte demnach die doppelte Menge Kalk. Die alte Erde enthielt 300 g Kalk auf 17 l Substrat, Testergebnis 7 im Frühjahr bzw zur Kontrolle im Sommer. Nun frage ich mich, ob evt. dennoch zu wenig Kalk im Boden war und dies die Ursache für das Kruschelwachstum ist ... ich habe jetzt einen Test der bis 14 mißt, dieser zeigt tendentiell niedrigere Werte als die Tests, die nur bis 7 bzw 8 gehen.
Sind die Tests immer so "wankelig" und wage?

@ Toffi : Zum SMB-Bad bzw der Alternative Eichenlaub kann ich leider nichts weiter berichten. Ich habe eine 10 tägige Meßreihe durchgeführt: der ph-Wert ging um 0,3 Punkte nach unten und hat sich dann so stabilisiert, das Wasser schmeckt so wie es riecht: sehr leicht herb.

liebe Grüße :)
wiebke
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Rasplutin am 13.12.2020 pm 23:49

Hallo simsenlilie,
simsenlilie hat geschrieben:ich wollte längst geschrieben haben ... leider konnte ich das Kruschelproblem nicht lösen.
Oje - ich hatte über deine Schnecken in den vergangenen (fast) zwei Monaten nichts Neues erfahren und mir daher gedacht "No news is good news". Tja, war wohl Fehlanzeige.
Dann ist also alles so geblieben und weder Seemandelbaumblätterbad noch Änderung der Kalkversorgung haben etwas gebracht?
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Abby am 14.12.2020 am 09:55

Huhu,
deine Beobachtungen zum Kalk im Boden und den pH-Testergebnissen in evtl. Bezug auf die Gehäusewachstumsveränderungen finde ich sehr interessant.
Nun bin ich selber erst seit knapp einer Woche Cornu-Halterin und kann wirklich über null Erfahrungswerte beisteuern.
Ich las, dass Cornus, im Gegensatz zur Helix, nicht so sehr auf kalkhaltige Untergründe gebunden sind, da sie zum Überwintern keinen Kalkdeckel bilden. Somit sind sie auch auf wenig mineralischem/kalkigem Boden anzutreffen.
Das würde für mich nun bedeuten, dass die Cornus auch mit vergleichsweise wenig Kalk/eher leicht saurem Boden, zurechtkommen sollten (ich hoffe, ich erzähle hier keinen Quatsch!).
Auch weiß ich von einer Halterin, die ihren Boden nach der von dir angegebenen Formel aufgekalkt hatte (350 g Kalk auf 9 L Soil) und nach dem Messen einen pH-Wert von 5 auf dem Lackmuspapier ablas.
Alles recht merkwürdige Beobachtungen.
Mich interessieren solche Dinge sehr und ich hoffe, dass vielleicht jemand "Licht ins Dunkel" bringen kann ...!

Eine Frage, die mir gerade so in den Sinn kommt: Könnte die Ursache für ein verkruschtelt wachsendes Gehäuse nicht vielleicht auch darin begründet liegen, dass ein Problem mit der Wachstumsdrüse oder dem Stoffwechsel vorliegt? Denn Kalk steht deinen Schnecken ja nun wirklich in verschiedensten Formen zur Verfügung, doch vielleicht kann er schlicht nicht effizient von der Schnecke verwertet werden ...? ¯\_(ツ)_/¯
:) Nette Grüße, Abby
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon simsenlilie am 14.12.2020 pm 15:05

Hallo Rasplutin!

ja, leider war das kein entspanntes Schweigen, gute Neuigkeiten hätte ich euch längst mitgeteilt :)

Der Zustand von Fritzi hatte zeitweilig absolut Vorrang, ich hatte große Sorge um sie, weswegen ich auch die Bäder endgültig ausgesetzt habe.
Bei Smilla und Merle schien das Wachstum des Häuschens zunächst auch langsam beendet, bei Smilla hat sich seit Wochen nichts mehr getan (unteres Bild). Merle hat jetzt doch noch mal eine Runde zugelegt, von ihr habe ich kein aktuelleres Bild als das von vor 4 Wochen, der Kruschelrand ist inzwischen breiter als der von Smilla. Es gibt Sepiaschale, die nicht angenommen wird (habe jetzt eine andere zusätzlich reingelegt), Eierschale sowie Eierschale gemahlen/Sepiapulver als dünne Kalksuppe im Wechsel, das mögen sie noch am liebsten.

Da Li, nun wieder allein im Terra, aufhörte zu fressen und nicht mehr aufstand, habe ich sie vorletzte Woche ins Aqua gesetzt: sie wurde sehr lieb von den Kleinen begrüßt und die ganze Familie fand sich in der Kokosnuß ein ... eine Paarung mit Smilla lief gut, bei einer Paarung mit Fritzi blieb wieder die Spermatophore außerhalb hängen, Fritzi hing 2 Tage an der Scheibe und erholt sich nun ... es ist lang nicht so dramatisch wie vor 6 Wochen, dennoch gibt mir das langsam zu denken, das sich die Probleme wiederholen. Die Kleinen sind übrigens untereinander nicht interessiert, finden aber die große Schnecke Li sehr spannend ...
Insgesamt finde ich es eher still, die Tiere stehen spät auf, sind mäkelig beim essen, ich finde wenig Häufchen. Sind sie in einer Art Wintermodus?

Hallo Abby,
ein Problem mit der Wachstumsdrüse wäre möglich, allerdings ist die Störung ganz klar erst aufgetreten seit sie bei mir sind, es muß also ein Problem "vor Ort" sein. Ich überlege gerade ob die Kalksuppe sie zu sehr verführt, also doch ein "zuviel" ...?
Aufgekalkt habe ich nach der Berechnung 10g Kalk je Liter Erde pro pH-Wertpunkt: also zB. von 5 auf 7 = 2 Punkte x 14 Liter x 10 g ... leider ist ja schon der Ausgangswert nicht so ganz sicher bestimmt und beim ablesen ist der Zeitpunkt entscheidend: nach einer Minute hat man schon ein anderes Ergebnis.

Wie machst du das denn bisher: nach Gefühl oder hast du mit einem Test kontrolliert?

liebe Grüße
wiebke
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Abby am 14.12.2020 pm 15:27

Huhu, :)
ein Problem mit der Wachstumsdrüse wäre möglich, allerdings ist die Störung ganz klar erst aufgetreten seit sie bei mir sind, es muß also ein Problem "vor Ort" sein.

Ja, das ist natürlich absolut richtig! Es wäre natürlich möglich, dass sich ein organisches Problem - wenn es denn überhaupt eines ist? - erst bei dir entwickelt hat, ausgelöst, durch was auch immer...?! Doch das ist ja alles nur Spekulation und hilft dir/deinen Schnecken so nun erst einmal auch nicht weiter. :|

beim ablesen ist der Zeitpunkt entscheidend: nach einer Minute hat man schon ein anderes Ergebnis.

Auch eine interessante Beobachtung. Könnte natürlich bedeuten, dass sich der Kalk im Substrat erst lösen muss, bzw. die chemische Reaktion etwas braucht, um abgeschlossen zu sein?
Das würde dann aber bedeuten, dass der pH-Wert nach einiger Zeit ansteigt und nicht sinkt, oder? *Kopfkratz*

Ich messe gar nicht. Ich habe mich schlicht auf die Angaben hier im Forum verlassen: 350 g Kalk auf 9 L Soil ... ¯\_(ツ)_/¯
:) Nette Grüße, Abby
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon simsenlilie am 14.12.2020 pm 20:20

Hallo Abby,

da ich feines Pulver verwende, vermute ich, daß die Reaktion recht schnell abgeschlossen sein sollte: ich arbeite es ein und messe nach 2-3 Tagen bei Tageslicht.

Abby hat geschrieben:Ich messe gar nicht. Ich habe mich schlicht auf die Angaben hier im Forum verlassen: 350 g Kalk auf 9 L Soil ... ¯\_(ツ)_/¯


ja, das ist vielleicht der beste Weg, der anscheinend allgemein gut funktioniert ... und das ist ja das ausschlaggebende :)

Allerdings ist die Abweichung zu der Formel "Prozentpunkt/Liter Erde/10 gramm Kalk" schon recht groß, danach würde man mit ca. der Hälfte auskommen (Ausgangsbasis fiktiv pH-wert 5), bzw. bei der Dosierung 350 gr müßte der Boden eigentlich völlig überkalkt sein ... ??

Gibt es vielleicht Erfahrungen mit der 350 g Formel und Messungen?
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Diana am 15.12.2020 am 00:11

Hallo zusammen,

10 g Kalk auf 1l Erde um den pH- Wert um 1° zu heben ist eine Faustregel- Sie bezieht sich auf ´Erde´ also eher auf den gewachsenen Boden als auf das, was sich in den meisten Terrarien findet. Alleine, daß hier mit Litern gearbeitet wird, zeigt die Ungenauigkeit. 1l lockeres Kokossubstrat ist etwas ganz anderes als 1l Mutterboden. Bei den oft verwendeten Kokosbricks kann man eigentlich überhaupt nicht von Erde sprechen. Das wird vielleicht mal Erde, wenn sie lange genug im Terrarium rotten kann.
350g auf 9l (ausgehend von pH 5) sind zu viel, wenn noch Pflanzen drin wachsen sollen. Kalk, den man als Krümel im Substrat sieht, ist nicht gelöster Kalk, der eine Reserve bildet. Der pH-Wert bleibt gleich, wenn die Schnecken den Kalk direkt aus dem Boden aufnehmen in dem Maß, wie dieser aus der Reserve wieder in Lösung geht. Wird Kalk zugefüttert, so daß die Schnecken den Kalk aus dem Boden nicht brauchen, steigt der pH- Wert an. Schon deshalb, weil die Schnecken den gefressenen Kalk zu einem Teil wieder ausscheiden. Ich hatte hier schon mal einen Beitrag gepostet, weil es hieß, der Boden würde mit der Zeit sauer. Bei mir jedenfalls nicht: die Testflüssigkeit zeigte ein tiefes Blau, also stark basisch. Selbst bei wiederholten Tests.
Zum Thema Messen mit Indikatoren: Auch hier sind die Fehlerquellen enorm: Allein ein kleines Röhrchen bis zu einer bestimmten Markierung mit Substrat zu füllen ist höchst ungenau. Die Reagenzien messen per Farbumschlag, alles so ungefähr..im besten Fall kann mit einer solchen Methode ein Steigen oder Abfallen des pH-Wertes messen werden. Oder ein viel zu hoher/ zu niedrer Wert festgestellt werden. Keinesfalls aber kann man damit einen genauen Wert ermitteln. Um einen pH- Wert genau zu ermitteln wird mit speziellen Geräten gearbeitet, die vor Gebrauch kalibriert werden. Diese Teile sind allerdings teuer und finden deshalb im Hobbybereich kaum Anwendung.
Ein Bierschnegel wird auch in der Bierfalle nie zum Blauschnegel
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon simsenlilie am 15.12.2020 am 06:53

Hallo Diana!

Danke für deine tolle Erklärung!
Genau die von dir beschriebenen Probleme sehe ich in meinen Meßergebnissen ... alles eher wage und wechselhaft ...

Ich werde also noch etwas aufkalken und hoffe, daß es dann paßt ... wenigstens so ungefähr :)

Danke und liebe Grüße
wiebke
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon Abby am 15.12.2020 pm 18:40

Huhu,
deine Überlegungen bezüglich dieses "alten Rezepts" ging mir gestern auch schon in Ansätzen durch den Kopf. Jedoch tatsächlich eher genau entgegengesetzt.
In den Anfängen der Schneckenhaltung in Terrarien, hat man ja meist Kokosziegel als Substrat verwendet (diese Empfehlung findet man auch noch heute, z. B. im blauen Forum bei den Haltungsberichten, im WWW ... und auch hier im Forum teilweise), sofern ich das richtig sehe?!
Erst später kamen Erkenntnisse oder Befürchtungen auf, dass Kokos für Schnecken eher ungeeignet sein könnten, da es - belegt oder nicht - für Verdauungsprobleme sorgen und evtl. auch zum Tode der Tiere führen könnte ...
Damals - im Hinblick auf die Verwendung von Kokos hieß die Empfehlung: 9 L Kokos (denn soviel ergibt ein aufgequollener Ziegel in etwa) wird mit 350 g Kalk versetzt, damit der pH-Wert des Kokos', der bei ca. 5 liegen soll, in den neutralen bis leicht basischen Bereich angehoben wird.
Habe ich da etwas falsch verstanden?
Nun dachte ich eben - wie gesagt, ähnlich wie du, Diana, aber doch in die entgegengesetzte Richtung - dass dieses "Rezept" heute eben so nicht mehr stimmen mag, weil man nun viel eher auf andere - naturidentischere - Substrate zurückgreift, wie z. B. Anzuchterde oder Waldboden.
So stellte ich dann also die Überlegung an, dass die chemische Reaktion dieser Böden mit dem Kalk eine andere sein könnte, sodass der mit den "besagten" 350 g aufgekalkte Boden eben nicht die gewünschte pH-Wert - Anhebung erfährt.

Sprich: ein aufgequollener Kokosziegel + 350 g Kalk ergibt einen "Boden" mit passendem pH-Wert.
Entsprechende Menge Waldboden mit 350 g Kalk könnte - schon alleine aufgrund der verschiedenen Beschaffenheiten und Zusammensetzungen der diversen Böden einen völlig anderen pH-Wert ergeben. ¯\_(ツ)_/¯
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Re: Seemandelblätter Anwendung

Beitragvon notho2 am 08.01.2021 pm 12:17

Hallo,
ich möchte ein paar Infos zum Sud aus Blättern geben. Komme eigentlich aus der Aquaristik und brauche regelmäßig zum Wohlfühlen und zur Deko für meine Killifische und Labyrinther Laub. Aus diesem Grund sammle ich immer im Herbst große Mengen Buchenlaub (da kommen jetzt auch die Schneckis in den Genuss) das jahrelang bei trockener Lagerung haltbar ist. Um es zu verwenden, wird ein Eimer mit Laub gefüllt und dann mit kochenden Wasser gefüllt. Zum einen tötet das eventuelles Ungeziefer ab und zum anderen kann man es dann bald ins Aquarium geben, ohne das es an der Oberfläche schwimmt. Buchenlaub (funktioniert auch mit Eichenlaub) gibt auch Huminsäuren ab, neben den bereits hier erwähnten Inhaltsstoffen. Nach zwei bis drei Tagen ist das Wasser fast schwarz durch die Gerbsäuren und es riecht wie erdiger Tee. Aber das Wasser ist sauer, pH 5 - 6, je nach Ausgangswasser und Laubmenge, das verwende ich deshalb zur Zucht. Von Borneo kommen sehr kleine Bettas aus Sümpfen in Wäldern mit starker Laubschicht, bei pH 5. Eichenextrakt wird in der Aquaristik verkauft um den pH Wert zu senken. Jetzt stellt sich mir die Frage ob es sinnvoll ist Sud aus Blättern zum Baden für Schneckis zu verwenden. Nur in das Badewasser gelegte Blätter, sind wohl kein Problem, da das Trinkwasser regelmäßig ausgetauscht wird.
Vom Geruch Stimme ich zu das Seemandelbaumblätter und einheimisches Laub und Rinde ziemlich gleich riechen.
Steffen
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