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Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 09.07.2020 am 09:55
von susann

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 09.07.2020 pm 12:45
von Holy
Wow, am besten Muscheln und Knochen? Das hätte ich so nicht erwartet.

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 09.07.2020 pm 13:20
von Tess
Huhu,

das ist mal ein sehr interessanter Artikel; danke dafür! :thumb:
Ergäbe es also Sinn, sich in der Achatschneckenhaltung mehr auf gemahlene Muscheln und Knochenmehl zu konzentrieren, als auf die sonst recht beliebten Eierschalen?

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 09.07.2020 pm 15:19
von susann
Hei,

Muschelgrit wird bei einigen meiner Arten gerne gefressen.Vermutlich wäre es der Renner wenn er feiner wäre.
Knochenmehl füttere ich nur noch im Winter,das zieht bei warmen Temperaturen schnell dicke bunte Fliegen an,gibt es bei mir nur auch nur im Schälchen über Nacht.

LG
Susanne

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 09.10.2020 pm 19:21
von susann
Ich hab im Barfbedarf letztlich Austernschalenmehl gefunden.
Das wird sogar von den Emodas gefressen die noch nicht mal Eierschalenpulver nehmen.

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 10.10.2020 am 02:27
von FLUTSCHI
Also wir verwenden schon länger Muscheln im Terrarium.
Austern, an die die Schnecks auch gut dran gehen.
Allerdings nicht gemahlen sondern als ganze, klappt super.

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 10.10.2020 pm 12:14
von Abby
Hallo Gemeinde,
ich hätte da mal eine Verständnisfrage.
In dem Text geht es darum, wie man Achatschnecken quasi "aufwertet" und schneller wachsen lässt, um sie für den menschlichen Verzehr "gehaltvoller" zu machen. Es wird erklärt, dass die Erde im Lebensraum der Schnecken durch Öl verunreinigt ist, wodurch beim Verzehr dieser Schnecken bei Kindern CA-Mangelerscheinungen auftreten können.
Da die Achatschnecke dort für die Menschen aber eine wichtige Nahrungsquelle darstellt, weil billig und frei verfügbar, ist es von Interesse, diesen Mangel auszugleichen.
Darum hat man Jungschnecken eingesammelt und mit den verschiedenen Kalkquellen versorgt. Dabei hat man festgestellt, dass das Wachstum der Schnecken mit Austern- und Knochenkalk am schnellsten vorangeht.
So jedenfalls mein Verständnis vom Text - richtig?

Nun meine Gedanken zur Ableitung von einigen von euch, dass wir unseren Schnecken evtl. diese beiden CA-Quellen anbieten sollten, damit sie eben schneller und kräftiger wachsen.
Obige "Studie" wurde ja vorgenommen, um herauszufinden, wie man das Wachstum der Schnecke im Hinblick auf eine "fette" und billige Nahrungsquelle für den Menschen optimieren kann.
Die Schnecken bauen mit erwähnten CA-Quellen besonders schnell an und nehmen demzufolge auch sehr schnell an Gewicht/Volumen zu. Die Parallelen zu einem Mastbetrieb sind hier durchaus gegeben, finde ich.
Schweine, Puten und Rinder, z. B. bekommen entsprechendes Mastfutter, um möglichst schnell an Fleischmasse zuzulegen. In nur wenigen Monaten erreichen die (armen) Tiere dadurch eine Größe und ein Gewicht, welches sie unter "natürlichen" Bedingungen niemals erreichen würden. Dies geschieht einfach aus wirtschaftlichen Gründen, der gesundheitliche Aspekt für das Tier (und auch den Menschen) wird hier nicht berücksichtigt!
Ist es denn sinnvoll und vor allem gesund, wenn ein Tier besonders schnell wächst?
Die Antwort: oftmals eben nicht!
Jetzt also meine Frage: ist es wirklich ein Zeichen von "besonders gut und gesund" wenn unsere Haustierschnecken besonders schnell wachsen, da sie diese bestimmten Kalkquellen von uns angeboten bekommen? Könnte hier nicht vielleicht sogar eine Gefahr liegen?

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 10.10.2020 pm 14:23
von FLUTSCHI
Also ich denke das es schon Sinn macht den Schnecken verschiedene Kalkquellen an zu bieten, wenn sie diese annehmen.
Es ist ja keinesfalls so das die Muscheln hier "weggeschraubt" werden aber sie nehmen sie halt an.
Naja und ich selber bin ja auch dankbar für viele verschiedene Vitaminquellen in meiner Ernährung....warum also dann den Schnecken nicht mehrere anbieten.

Um die Geschwindigkeit des Wachstums geht es mir persönlich dabei eher weniger.....eher um ein gesund gewachsenes Haus!

Ich fand den Artikel einfach interessant auf Grund der Informationen und der Erweiterung der Möglichkeiten!!!

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 10.10.2020 pm 14:42
von Abby
Huhu FLUTSCHI,
Um die Geschwindigkeit des Wachstums geht es mir persönlich dabei eher weniger.

Natürlich nicht - aber bei dem Versuch im Ursprungsland ging es - nach meinem Verständnis - genau darum, oder nicht?

Also ich denke das es schon Sinn macht den Schnecken verschiedene Kalkquellen an zu bieten, wenn sie diese annehmen.

Ja, klar - da stimme ich dir absolut zu.
Aber darum ginge es mir nun wiederum nicht, als ich meine Gedanken hier formulierte.
Mich machte einfach stutzig, dass sich die "Studie" doch wohl ausschließlich darauf bezog, die Schnecken schneller wachsen zu lassen, damit sie selbst eine gesunde Nahrungsquelle ergeben.
Hier wird also keinesfalls berücksichtigt, ob dieses schnelle Wachstum den Schnecken überhaupt guttut - weißt du, was ich meine?
Wie gesagt, sah ich hier große Parallelen zum Mastvieh - und das diese bedauernswerten Geschöpfe kein gutes (gesundes) Leben führen, in der Art, wie sie schnell hochgezogen werden, wird wahrscheinlich kaum jemand abstreiten?!

In der Aquaristik gibt es den Begriff: Dampfaufzucht. Die bedeutet, dass man Fischbrut unter entsprechenden wachstumsfördernden Bedingungen (oft recht warme Hälterung und sehr proteinreiches Futter) innerhalb sehr kurzer Zeit zu einer gewünschten Verkaufsgröße heranzieht. Ein Fisch, der unter "normalen" Bedingungen aufgezogen wird, wächst hingegen viel langsamer. Meine Frage - wächst er nicht dadurch auch gesünder?
Und dann eben zog ich die Parallele zu unseren Schnecken.
Wenn das Gehäuse schön wächst und diesen wundervollen, von uns allen so gewünschten breiten Wachstumsrand zeigt, bedeutet das dann gleichzeitig, dass die Schnecke auch wirklich gesund wächst. Könnte sie nicht auch viel zu schnell wachsen, aufgrund des reichhaltigen CA-Angebotes.
Besonders dieser Satz machte mich stutzig:
Most are gathered from the wild living on soil with low exchangeable calcium.

Die meisten Schnecken werden also in Gegenden gefangen, deren Böden eher wenig CA beinhalten ...
Ich weiß, dass Tiere nicht immer nur zu sich nehmen, was und wie viel sie wirklich benötigen! Bei den Schnecken kann das anders sein - darüber fehlen mir (noch) die Kenntnisse und darum eben meine Fragen ... ¯\_(ツ)_/¯

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 11.10.2020 pm 14:13
von susann
Ich interpretiere das so das Schnecken ohne genügend Kalzium langsamer wachsen.

In der Natur haben Schnecken keinen so gedeckten Tisch wie im Terrarium.Auf Naturfotos sieht man sie auf belaubten Flächen oder Grünpflanzen und Hauswänden.Ich bin mir nicht sicher ob sie in der Natur auch nur annähernd so viel frisches Futter erhalten wie in der Haltung.Ich denke das sich diese Ernährung auch positiv auf das Wachstum auswirkt.Da könnte man eigendlich auch von Mast sprechen,es würden viel verrottetes Laub und verschiedene Kräuter und ein paar Reste reichen.


Ich bin auf diesen Artikel gestoßen da meine Callistoplepa zu Gehäuseschäden neigen sobalt sie beginnen Eier zu legen.Daher war ich auf der Suche nach einer Kalziumquelle mit der höchst möglichen Verfügbarkeit.Funktioniert gut mit dem hochwertigeren Kalzium bei dieser Art.

Wenn man unterschiedliche Kalziumquellen hat werden sich die Arten ihre Lieblingsquelle suchen.Meine Megas fressen keine Sepia.Die Emodas nur Austernschalenmehl und minimalistisch Eierschalenpulver/Dolomitenkalk.Auch bei den Callistoplepa ist die Sepiaschale nur intressant wenn es nichts anderes gibt.

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 11.10.2020 pm 14:46
von Abby
Ja, das war die eindeutige Aussage in der Studie: Mehr bestimmtes CA (hier waren es Austernschalen) und das Wachstum der Schnecken geht im Vergleich zu den anderen Ca-Quellen gesehen, schneller voran.
Und ja - ich denke auch: wir "verwöhnen" unsere Schnecken wahrscheinlich. Jedenfalls nach unseren Gesichtspunkten.
Dann wiederum überlege ich mir aber - stimmt das eigentlich? Denn in der Tierhaltung haben die von uns gepflegten Tiere ja gar keine andere Wahl, als das zu fressen, was wir ihnen vorsetzen. Vielleicht ist dieses Futterangebot gar nicht mal so reichhaltig, wie wir denken?
Also Mengenmäßig ganz klar, keine Frage. Aber wie sieht es mit den Nährstoffen aus?
Das sind alles Fragen, die sehr müßig zu beantworten sind. Und selbst, wenn wir sie beantworten könnten, wo würden sie uns hinführen, was würden die Antworten für unsere Schneckenhaltung bedeuten, würden oder könnten wir etwas ändern? ¯\_(ツ)_/¯

Wie gesagt, fiel mir dieser Satz, dass die Schnecken im natürlichen Habitat auf eher saurem Boden leben, direkt ins Auge.
Es wäre also - da wir immer so gerne von möglichst naturnaher Haltung im Terra sprechen - "natürlicher" - den Waldboden nicht in der Art aufzukalken, wie wir es tun. Und vielleicht bieten wir auch tatsächlich viel zu viel Kalk an?
Wie sieht es denn bei wildlebenden Tieren aus. Sie haben nicht immer das in entsprechenden Mengen zur Verfügung, was sie vielleicht benötigen und verschlingen es dann regelrecht, wenn sie eine bestimmte Nahrungsquelle eröffnet. Wenn man z. B. Schafen, Ziegen oder auch Wild (Rehe, Hirsche, etc.) Salz in Form eines dicken Salzblocks frei zugänglich macht, dann nehmen sie davon ungeheure Mengen auf. Das sieht man auch bei Kaninchen, Meeris und Co in der Haustierhaltung. Auch Hunde würden uns die dargebotene Hand voll Salz komplett ablecken.
Nun - besonders bei Wildtieren sollte man doch annehmen, dass sie "wissen" was gut für sie ist und dass sie keinesfalls solch große Mengen Salz zu sich nehmen sollten - gleiches wird ja auch immer wieder über unsere Schnecken gesagt. Die Realität zeigt aber, dass es nicht so ist und von daher glaube ich, dass auch die Schnecken eben gerne zu viel CA aufnehmen, da es sich in der Natur um ein rares Gut handelt und sie nicht "wissen" wann sich die Gelegenheit wieder bietet. Also nehmen sie so viel davon auf, wie es geht. Da wir es ihnen aber tägl. zur freien Verfügung stellen, könnte es sein - meine Spekulation - dass sie eben tägl. zu viel davon aufnehmen.
Die Studie von oben nun herangezogen, dass viel CA auch viel Wachstum fördert (zumal unsere Schnecken ja eh keinen Hunger leiden und somit auch genügend Baustoff anderer Art vorhanden ist), könnte ich mir eben vorstellen, dass sie möglicherweise zu schnell wachsen, was wiederum - bezogen auf Mastvieh - nicht "gesund" ist ...
Nun - ich weiß, ich mache mir viele Gedanken in viele Richtungen und bestimmt falle ich einigen (den meisten?) von euch damit auf die Nerven.
Und ich weiß auch, dass die meisten von euch - genau wie ich - keine Antworten auf meine Fragen haben.
Dennoch finde ich, kann man ja mal darüber nachdenken - vielleicht kommt irgendwann ja doch mal einer auf ne Antwort?! :thumb:

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 11.10.2020 pm 15:06
von Dani123
Hallo Abby
Welches fazit nimmst du denn, für dich persönlich aus dem Beitrag mit?
Also in deiner Versorgung deiner Schnecken..
Ändernst du das Kalk oder Futter Angebot?
Lg

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 11.10.2020 pm 17:38
von Abby
Huhu Dani,
nun - ich bin ja noch Neuling auf dem Gebiet der Schnecken-Haltung. Darum interessieren mich all diese Themen natürlich brennend und mich hungert es nach Infos. Einiges was ich lese, erscheint mir aber eben unlogisch oder stimmt mich zumindest nachdenklich. Diese Gedanken - auch über Ungereimtheiten - bringe ich (vielleicht zu mancher Leuts Leid) in den verschiedenen Posts zum Ausdruck.
Ich stelle viele Fragen und hoffe auf Antworten, die mich zufriedenstellen, was nicht immer einfach ist - das weiß ich. Das liegt daran, dass ich zwar Schnecken-Halter-Neuling bin, mich mit Tierhaltung generell aber schon seit meiner Kindheit beschäftige.

Wenn ich Antworten auf meine Fragen gefunden habe, werde ich darauf entsprechend reagieren und meine Haltungsparameter gegebenenfalls anpassen. Da ich es aber noch nicht besser weiß, kann ich momentan nur so pflegen, wie ich es im Forum und WWW lesen.
Das bedeutet, ich mache praktisch alles so, wie die meisten von euch ...

Mein Fazit also, um deine Frage nochmals direkt zu beantworten: weiter lernen - zum Wohle der Schnecken.
Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Den Punkt mit den Naturalien z. B. habe ich bereist für mich so entschieden, dass Landplanarien sehr wohl eine potenzielle und reelle Gefahr darstellen. Darum kommt z. B. kein Moos mehr in meine Terras!

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 20.10.2020 am 09:59
von Thamara
Ich weiss das gerade Halter von Wildfängen gern Frost Mäuse usw anbieten. Ich muss gestehen sowas schaffe ich nicht. Interessant dabei ist aber das anscheinend die Knochen sehr gerne verwertet werden was mich eben auch auf die Idee von Knochenmehl gebracht hat. Kommt ja ihren Speiseplan in der Natur anscheinend sehr nahe wenn man davon ausgeht das Knochen von Aas anscheinend unter anderem ihre Kalk Quelle sind.

Was das Füttern im generellen angeht bin ich von über ollen Schüsseln und wöchentliche kochen abgekommen.
Zu schnelles Wachstum verkürzt ihr Leben. Zumindest hab ich das beobachten müssen. Dazu kommt das Schnecken im Terra oft keine Trockenruhe halten und dadurch das ganze Jahr weiterläuft. In der Trockenruhe wachsen und eiern sie ja nicht.
Deshalb hab ich für mich entschieden weniger ist manchmal mehr.

Re: Unterschiedliche Kalkquelle und Gewichtszunahme

BeitragVerfasst: 20.10.2020 am 10:30
von Abby
Damit bestätigst du meine Annahmen und Aussagen in vorangegangenen Posts, Thamara. Ähnliches kennt man ja auch z. B. bei Landschildkröten. Da habe ich einmal den Spruch gehört, man solle sie großhungern lassen, sprich ihnen viel mehr Heu guter Qualität und Wildkräuter anbieten, als Obst und Gemüse. Eine Winterruhe ist bei ihnen ebenfalls unbedingt angeraten.
Na ja, und den Punkt mit dem Mastvieh habe ich ja ebenfalls schon angesprochen.

Die Idee mit den Knochen hatte ich letztlich auch. Ich habe meinen Fulis einen Beinknochen vom gekochten Bio-Hünchen gegeben. Die knorpeligen Teile oben und unten waren am nächsten Morgen abgeraspelt.

Nun bleibt aber dennoch die Frage: Was ist ab wann zu viel, was ist genau richtig?