Können sich Schnecken übergeben?

Verfasst:
10.06.2008 pm 18:00
von Laury97
können sich schnecken eigentlich "übergeben" ?


Verfasst:
11.06.2008 pm 16:05
von Ina
@Schabe ist die Schnecke auf deinem Avatar eigentlich ein König?

Verfasst:
11.06.2008 pm 16:34
von vicky
das ghet vom körperaufbau nicht...

Verfasst:
11.06.2008 pm 21:49
von Schabe
@Ina: Nö, nur gespiegelt. XD
@Vicky: Aha, geht das noch kürzer?
Das sie nicht einfach nicht kotzen kann weil sie keine Lust drauf hat dürfte und allen klar sein.
Wenn es vom Körperaufbau her nicht geht und du anscheinend weißt WIESO, dann erklär es doch einfach.
Was war an der Frage denn so dumm und verkehrt das man nur solche Antworten hin geklatscht bekommt?

Verfasst:
12.06.2008 am 10:21
von smilla
Hi,
ich denke, Schnecken können im "herkömmlichen Sinn" nicht erbrechen.
Zum Erbrechen benötigen wir Menschen jede Menge Reflexe und u.a. unser Zwerchfell.
Lt. Anatomie besitzen Schnecken kein Zwerchfell.
Ich denke auch nicht, dass bei ihnen ein Würgereflex vorhanden ist.

Verfasst:
12.06.2008 pm 21:16
von Escargot
Also, ich finde die Frage ausgesprochen gut – und ganz schön schwierig. Ich habe mal versucht mich schlau zu lesen, leider nur mit mäßigem Erfolg.
Die Nahrung wird durch die Schaufelbewegung der Radula in die Mundhöhle transportiert und auch schon dort mit ersten Verdauungssäften versetzt. Von der Mundhöhle zieht sich bei der Schnecke „die Speiseröhre in geradem Verlauf nach hinten und geht ohne sichtbare Abgrenzung in den Magen über. Dieser ist von langgestreckter Form, sehr dehnbar…“
Menschen haben einen Pförtnermuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der sich wie eine Schiebetür im Laden von beiden Seiten öffnen lässt, zurück natürlich nur bei Erbrechen. Manche Tiere, zum Beispiel Pferde oder Ratten haben stattdessen einen Ringmuskel, der ist wie eine Eingangs-Schiebetür bei Aldi – man kommt nur rein. Im Gegensatz zu Aldi gibt es leider keinen anderen Ausgang, daher können diese Tiere nicht brechen und kriegen echte Probleme, wenn sie was Falsches gegessen haben. (Falls unter Euch jemand ist, der schon mal Pferd oder Ratte hat brechen sehen: das sah nur so aus. Denn dann hat das Rausgewürgte noch nicht den Ringmuskel passiert und war noch nicht im Magen. Je nach dem wie voll der Magen ist, kann das sogar mit Verzögerung zur Futteraufnahme geschehen, so dass man schon den Eindruck hat, es sei Erbrochenes.)
Zurück zur Schnecke, also „technisch gesehen“ könnte das Futter wieder unbehelligt zurück.
Aber dafür müsste es irgendwie zurück transportiert werden.
Wie der Transport der Nahrung von Mundhöhle bis in den Magen funktioniert habe ich nur ansatzweise gefunden. Ich gehe aber davon aus, das er, wie oft üblich, nur über Flimmerhärchen verlauft. Diese sind immer schräg angesetzt und können nur in eine Richtung transportieren. Beim Menschen werden sie beim Erbrechen per Muskelkraft und durch das Erbrochene selber mit Gewalt in die falsche Richtung gequetscht und gehen kaputt. Das ist einer der Gründe, warum uns nach dem Brechen der Hals kratzt. Jedenfalls ohne Muskelkraft ginge das nicht.
Wäre die Speiseröhre der Schnecke sehr muskulös, bin ich mir fast sicher, es würde irgendwo in der Literatur erwähnt. Statt dessen habe ich nur noch gefunden, dass „…nach mehrfachem Hin- und Herbewegung zwischen Magen und Mitteldarmdrüse (Verbesserung von Verdauung und Resorption) werden die Abfallstoffe dann über die Darmrinne und den Dünndarm abtransportiert.“ Also am Ende des Magens hin zur Mitteldarmdrüse scheint es Muskulatur, die Bewegung verursacht, zu geben.
Ich glaube aber nicht, das diese Muskulatur von da hinten den langen Weg durch die Speiseröhre zurück transportieren kann, so dass ich zu dem Schluss komme: nein, die können nicht brechen.
Über einen Würgereflex habe ich leider gar nichts gefunden. Aber auch der wäre bestimmt in den etwas wissenschaftlicheren Büchern erwähnt, weil er ja nun durchaus lebensrettend sein könnte, wenn die Schnecke gift gefressen hätte.
Ich habe das übrigens aus dem Buch von Rudolf Kilias „Die Weinbergschnecke“. Korrigiere mich bitte, wer etwas anderes gefunden hat.
Was kann man doch lange übers kotzen schreiben :lol:

Verfasst:
12.06.2008 pm 22:51
von mennemaus
@ Escargot: Dass Schnecken sich wahrscheinlich nicht übergeben können,
hatte ich auch vermutet. Aber mit welcher wissenschaftlichen Perfektion,
treffenden Wortwahl, ausführlichen Darstellung du das darlegst, das ist schon beeindruckend!
Das ist mir übrigens bei deinen Antworten schon häufiger aufgefallen, Hut ab!


Verfasst:
13.06.2008 am 03:23
von Auratum
Ich hatte die Vermutung,dass das Futter in den Magen gelangt,indem die Schnecke immer wieder neues Futter nachschiebt.
Gut,da wirft sich nur die frage auf,was mit dem Futter geschiet,was nach dem fressen "noch im Hals steht".
Aber ich denke,dies bekommen sie mit gewissen Bewegungen auch herunter (zum Bsp Hals ueberstrecken oder so).
Ich kann mir allerdings nicht vorstellen,das der Magen je gedehnt wird,wenn keine Abgrenzung vorhanden ist.
Nehmen wir als Bsp dafuer einen Luftballon.
Haeltst du ihn so in die Luft,passiert nichts.
Wenn du ihn aufblaest (dehnst) und nicht zuhaeltst (keine abgrenzung),drueckt er die ganze Luft wieder heraus.
Ergo:
Er ist extrem dehnbar,nur nuetzt es nichts.
Halten kann er nur die Luft,welche ohne zu stopfen reinpasst.
Sonst muesste eine Schnecke ja die ganze Zeit mit zusammengepressten Maul rumkriechen.

Verfasst:
13.06.2008 am 09:15
von Schabe
Endlich mal
richtige Antworten und begründete Vermutungen.
Vielen Dank dafür!


Verfasst:
13.06.2008 pm 13:42
von Escargot
@mennemaus

Danke, das ist aber lieb geschrieben. Ich bin aber bloß 'ne ziemliche Leseratte und die Frage von Laury97 war wirklich interessant.