Haltung von Bänderschnecken

Alles rund um unsere einheimischen und benachbarten Schneckenarten.

Haltung von Bänderschnecken

Beitragvon Jonas am 03.03.2008 pm 20:12

Haltung von Bänderschnecken

Auswahl des Beckens:

Bei der Auswahl des Beckens muss die Größe an die Anzahl der zu haltenden Schnecken angepasst werden. Als Becken kann man viele Sachen nehmen. Klassisch ist das Glasaquarium, welches man ohne Abdeckung im Baumarkt für ca. 20 Euro in verschiedenen Größen bekommt. Ich selber habe mit einem großen 5l Gurkenglas angefangen, dies ist jedoch auf die Dauer nicht zu empfehlen, da durch die kleine Öffnung von oben der Inhalt des Beckens nicht gut erreichbar ist. Für weniger Schnecken empfiehlt sich die Faunabox, welche als Transportbox für Kleintiere gedacht ist. Diese bekommt man für wenige Euro in jedem Baumarkt zu kaufen. Dies ist nur eine kleine Auswahl von möglichen Schneckenbecken, jedoch müssen die Schnecken auf jeden Fall in dem Becken Licht haben.
Das Aquarium muss im Gegensatz zur Faunabox, welche schon einen Deckel hat, eine Abdeckung bekommen. Dafür empfiehlt sich eine Plexiglasscheibe in die man größere Löcher reinbohrt und darüber mit Klettband Fliegennetz (was sonst in die Fenster kommt) geklebt wird.
Sollen Bänderschnecken dauerhaft gehalten werden, empfiehlt sich ein Becken von mindestens 40x25x25cm (max. 5 Schnecken). Größer geht immer, und die Schnecken nutzen gerne den kompletten Raum, wenn man ihnen genügend Klettermöglichkeiten bietet. Für mehr Schnecken ist dann natürlich auch ein größeres Becken erforderlich.


WICHTIG: Erst das Becken beschaffen, dann die Schnecken!

Einrichtung:

Ist ein geeignetes Becken beschafft, ist der nächste Schritt die Einrichtung. Zuerst sollte der Boden des Beckens mit Erde bedeckt werden, und zwar so tief, dass sich die Schnecken zur Eiablage gut vergraben können, also mindestens gut 5cm tief. Die Erde nimmt man am besten aus dem Garten, wobei man darauf achten sollte, dass die Erde frei von Düngemitteln und anderen chemischen Stoffen ist. Walderde aus einem Laubwald eignet sich auch sehr gut. Wer sich nicht selbst irgendwo Erde ausbuddeln kann, kann natürlich auch ungedüngte Blumenerde, oder Terrarienhumus kaufen. Je nachdem welchen pH-Wert die Erde hat, sollte sie mit Gartenkalk aufgekalkt werden. (Für Kalk siehe: Hier findet ihr alle Infos zum Thema "Kalk")

Der nächste Schritt ist die Einrichtung des Beckens. Zuerst brauchen die Schnecken eine Futterschale. Dafür eignen sich gut kleine Tonuntersetzer. Bei Bänderschnecken hatte ich noch keine Probleme damit, dass sich Schnecken das Gehäuse verletzten, wenn sie sich von der Abdeckung in die Schale fallen lassen, wer jedoch nichts riskieren möchte, kann natürlich auch Untersetzer aus Plastik nehmen, oder das Futter so ins Becken legen.
Als nächstes sollte man einen Ausflug in den Wald unternehmen. Dort sammelt man geeignete Stöcke und Rindenstücke.
Schön für Schnecken sind zudem Pflanzen im Terrarium. Dort gilt es ein wenig auszuprobieren, da viele Pflanzen von den Schnecken heiß beliebt sind und so direkt aufgefressen werden. Gute Erfahrungen habe ich mit Efeu gemacht. Dieser wird nicht von den Schnecken gefressen und wächst gut in dem Becken. Zudem kann man aus dem Garten eine kleine Grassode einsetzen.
Mit Pflanzen, Stöcken und Rinde geht es dann an das „Gestalten“ des Beckens. Mit der Rinde kann man zum Beispiel Verstecke für die Schnecken bauen.


Futter:

Bänderschnecken fressen die meisten Gemüsesorten, es empfiehlt sich alles mal auszuprobieren. Nicht verfüttern sollte man jedoch Zitrusfrüchte, da diese durch die Säure die Gehäuse der Schnecken angreifen könnten.
Immer gut angenommen werden Salat, Möhre und Gurke. Die Gurke sollte jedoch nicht zulange im Becken liegen, da sie schnell matschig wird und die Futterschale dann unter Wasser steht. Oft mögen Schnecken auch etwas älteres Futter (z.B. vom Vortag) lieber als ganz frisches.
Wichtig für die Schnecken ist die Kalkaufnahme. Kalk ist wichtig für die Gehäuse aber auch für die Produktion von Eiern. Als Kalkquelle sind Sepiaschalen die beste Wahl. Diese bekommt man in jeder Tierhandlung. Die Sepiaschale reicht bei Bänderschnecken gut ein halbes Jahr, man sollte sie jedoch zwischendurch immer wieder reinigen. Grade bei wenigen Schnecken bietet es sich an die Sepiaschale zu halbieren, so hat man zwei Stücke die man nacheinander reinlegen kann.

Reinigung:

Bänderschnecken machen nicht so viel Dreck wie andere Schnecken, jedoch sollte man immer mal wieder das Becken von Kot befreien.
Dazu empfiehlt es sich mit einer Blumenspritze die Scheiben mit Wasser zu befeuchten und danach mit einem Lappen den Dreck zu entfernen.
Das Futter sollte auch alle 2-3 Tage auswechselt werden, bei Futter welches schnell verdirbt auch öfter.
Die Erde kann man 1-2 mal im Jahr austauschen, oft empfiehlt sich statt einem kompletten Erdwechel ein Teilwechsel, alte Erde mit Futter und Kot raus und mit frischer Erde nachfüllen.
Tote Tiere sollten schnellstens aus dem Becken entfernt werden. Diese Tiere erkennt man meistens schon am Geruch.

Nachwuchs:

Schnecken sind sehr fortpflanzungsfreudig. Dementsprechend wird es oft vorkommen, dass sich eine Schnecke mit dem Weichkörper in den Boden eingräbt und in eine Erdgrube ihre Eier legt. Nach 1-2 Wochen schlüpfen aus den Eiern dann kleine Bänderschnecken.
Diese kleinen Schnecken kann man im großen Becken lassen, es ist aber besser, schon die Eier in eine kleine Box mit Erde zu geben, um so die kleinen Schnecken unter Kontrolle zu haben.
Wenn man keinen Nachwuchs will, sollte man regelmäßig nach Gelegen suchen und diese direkt einfrieren, bevor sich Schnecken entwickelt haben. Abgetötet können sie dann in den Kompostmüll.
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