Knusperklaus hat geschrieben:[...]dass nun jeder seine
Nachzuchten auswildern soll oder muss. Jedoch wollte ich den völlig falschen Eindruck
korrigieren, man täte sich damit Strafbar oder beginge eine Ordnungswidrigkeit.
Das ist NICHT so!!!
Das hat ja auch keiner behauptet... Strafbar ist das
Entnehmen von geschützen Arten aus der Natur.
Knusperklaus hat geschrieben:Wenn ich einmal voraussetze, das in diesem Forum nur verantwortungsbewusste
Tierhalter zugegen sind, so werden sie wenn überhaupt, nur nach ihrer Einschätzung
gesunde Nachzuchttiere auswildern.
Punkt 1: Ich möchte niemandem auf den Schlips treten, aber ich möchte dennoch darauf hinweisen, dass viele Leute sich gar nicht erst Gedanken darüber machen, wenn sie Tiere (hier Schnecken) auswildern, was das für Folgen haben könnte....
Punkt 2: "nur nach ihrer Einschätzung gesunde Nachzuchten!.... Wer kann schon in die Schnecken hinein sehen? Ein Tier ist nicht automatisch gut für die natürliche Population, nur weil es schön groß ist und gut wächst. Die Genetik ist hier von entscheidender Bedeutung!
Knusperklaus hat geschrieben:Etwas skeptischer bin ich bei dem Einwand der Genmanipulation. Es ist ein sehr
theoretischer Ansatz der durch nichts im Moment gestützt wird. Am Beispiel
Weinbergschnecken ist wohl auszuschließen, dass es sich bei gekauften Zuchttieren
um genmanipulierte Arten handelt, weil sie als Lebensmittel gehandelt werden
und solche Manipulationen verboten sind und derzeit auch nach meinem Wissen,
nirgendwo diskutiert werden.
Es geht hier doch an keiner Stelle um
Genmanipulation, oder hab ich da was überlesen...? Es geht darum, dass man den natürlichen
Genpool manipuliert, wenn man im Terrarium geschlüpfte Schnecken aussetzt. Denn sie sind durch eine Verpaarung entstanden, die in der Natur eventuell nie stattgefunden hätte. Und im Terrarium kommen eben auch schwächere Tiere her zur Weitergabe ihres Genmaterials, während die Natur diese Tiere schon längst "aussortiert" hätte (Selektion). Wenn du solche NZ aussetzt, greifst du eben ins Ökosystem und in den natürlichen Genpool ein, den man damit zu schlechten verändern
könnte, ohne es zu wollen. (Aber wie gesagt: Du kannst in die Tiere nicht reingucken)
Knusperklaus hat geschrieben:Diese Tiere sind der Natur entnommen, wurden eine Zeitlang im Terrarium gehalten
und der Nachwuchs gelangt an die selben Örtlichkeiten zurück. In dieser Zeit
kann es zu keiner Veränderung der Gene kommen!!!
Aber ja kann es da zu einer Veränderung kommen.... Genetik ist ein ziemlich komplexes Thema. Wenn ich anfangen würde, hier alles anzuführen, was mir dazu gerade einfällt, wäre ich morgen noch dabei.
Kurz: "schlechtes" Genmaterial kann bei den NZ sehr wohl entstehen... siehe oben.
Ich bin weiterhin dafür, dass man nicht bedenkenlos Weinbergschnecken (vor allem nicht in Massen und regelmäßig in ein und der selben Gegend) aussetzen sollte. Es ist erstens ein Unterschied, ob dies gezielt in einem Artenschutzprogramm (von Experten geleitet) geschieht oder wahllos von irgendwelchen Haltern. Zweitens finde ich persönlich den Eingriff in die Natur unnötig und - viel wichtiger - unberechenbar. Wir können als Liebhaber meiner Meinung nach gar nicht beurteilen, welche Nachzuchten nun "gut" oder "schlecht" sind. Keiner von uns. Die Natur macht ihr eigenes Ding seit anbeginn der Zeit recht erfolgreich und ich finde, ihr sollte man es auch überlassen. Wenn wir aufhören würden, Weinbergschnecken aus der Natur zu entnehmen, hätte sie es übrigens auch noch viel einfacher.

Ich finde den Standpunkt von Herrn Dr. Weise ebenfalls interessant. Mich würde interessieren, was er davon halten würde, wenn diese Auswilderung (die er ja für gut heißt) nun regelmäßig durch mehrere Hundert Weinbergschnecken-Halter vorgenommen werden würde... Vielleicht kannst du ihn das bei Gelegenheit ja auch nochmal fragen?