wolf hat geschrieben:Hi Birte,
nun ja, bei lebenden Schnecken geht so etwas natürlich nicht (keine Sorge, ich habe deswegen nie Schnecken umgebracht!!). Ich habe ja viele verschiedene Schneckenarten gehalten, und irgendwann fallen sie halt bedauerlicherweise vor sogenannter Altersschwäche um. In tropischen Regionen lassen sich auch Exemplare verwenden, die in der glühenden Hitze sehr schnell sozusagen mumifiziert worden sind.
Die Präparation der Radula und des Oberkiefers erfolgt dann mit Hilfe von Kalilauge (KOH). Nach gründlicher Wässerung (und gegebenenfalls Ultraschall-Reinigung) werden die Präparate in einer aufsteigenden Alkoholreihe entwässert und zur Kontrastverbesserung gefärbt. Ich nehme dazu üblicherweise Boraxkarmin, was schöne, fein differenzierte Rot-Töne ergibt. Nach Xylol-Behandlung kann die Radula dann für die Lichtmikroskopie auf einem Objektträger als Dauerpräparat „eingebettet“ werden.
Für die Raster-Elektronenmikroskopie wird die Radula getrocknet und nach Standardverfahren mit Gold bedampft (Schichtdicke etwa 200 bis 300 Å).
Liebe Grüße: wolf
Zurück zu Schnecken in Forschung und Wissenschaft
Mitglieder: 0 Mitglieder