Bierschnegel-Nachwuchs

Alles zum Thema Nacktschnecken hat hier seinen Platz.

Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon Kubah am 09.03.2026, 08:24

Heute früh haben mich die Schnegel mit Nachwuchs überrascht!
Die ersten Jungtiere sind geschlüpft, und ich finde, man kann die zukünftige Zeichnung schon ganz zart durchscheinen sehen.
Hat jemand einen Tip, wie ich sie am besten durch bekomme? Die Eltern-Tiere sind inzwischen fast alle ausgewildert, aber draußen ist es nachts ja noch ziemlich kalt.
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon HanspeterWilli am 09.03.2026, 12:25

Hallo Kubah

Kälte ist für die Jungschnecken nicht unbedingt das Problem. Die meisten Todesfälle werden durch Trockenheit sowie Raubzeug jeder Art, vor allem Spinnen, diverse Käfer, aber auch Nematoden verursacht.

Da wohl noch weitere Jungschnecken schlüpfen werden, empfehle ich, sie einzusammeln und etwa bis Mitte April an einem kühlen, schattigen Ort bei maximal 20 Grad in Terrarienhaltung zu nehmen.

Zur Haltung/Aufzucht junger Nacktschnecken verwende ich kleinere Frischhalteboxen, wie man sie eigentlich in jedem Supermarkt erhält. Wichtig ist eine komplette Dichtheit, da Jungtiere durch jede noch so kleine Öffnung entweichen können.

In die Boxen kommen einige Laubblätter oder kleine Rindenstücke, unter denen die Tiere den Tag über ruhen.
Als Futter reichen ein wenig Pilz sowie eine Scheibe Gurke, je nach Schneckenart zudem eine Scheibe Karotte und ein Stück Salatblatt. Das Futter wechsle ich täglich aus.

Wenn Erde beigefügt wird, dann solche aus dem direkten Umfeld des Eigeleges. Jungschnecken lassen sich die ersten 3 - 4 Wochen aber gut auch ohne Erde aufziehen.

Die Box befeuchte ich mittels eines handelsüblichen, billigen Pflanzenbesprühers täglich einmal mit Leitungswasser. Wichtig ist immer genügend Feuchte, ohne dass die Jungschnecken im Wasser schwimmen. Der Besprühvorgang sorgt gleichzeitig für Frischluft im sonst verschlossenen Behälter.

So sollten sich die jungen Schnecken mit geringem Aufwand prächtig entwickeln, bis sie etwa ab Mitte April nach einem Regenfall abends im Freien ausgesetzt werden können.
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon Kubah am 09.03.2026, 17:02

alles klar, dankeschön!
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon Kubah am 23.03.2026, 06:54

Hallo Schnegelfreunde und besonders HanspeterWilli,
ich habe die Anleitung zunächst befolgt und die geschlüpften Winzlinge in eine behagliche Kinderstube gesetzt (wo sie, bis auf Ausnahmefälle, nicht mehr gesehen warden, ich finde nur winizige Fraßspuren).
Die restlichen Eier entwickeln sich nach wie vor in einem der großen Pflanzkübel zwischen Erde und Moos unter einem großen Rindenstück. Täglich finde ich frisch geschlüpfte Schnecklein. Da ich den Eindruck habe, dass es ihnen in dem offenen Pflanzkübel richtig gut geht, lasse ich sie jetzt dort und füttere sie nach Anleitung und halte alles schön feucht.
Immerhin sind ja auch die Elterntiere in offenen Kübeln aufgewachsen und prächtig gediehen.
Das ist vielleicht etwas unkonventionell, aber für mich (und offenbar auch für die kleinen Bierschnegelchen) passt das ganz gut.
Oder gibts Einwände?
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon HanspeterWilli am 24.03.2026, 07:28

Hallo Kubah

Falls es nicht stört, dass die kleinen Schnegel allenfalls frei in der Umgebung des Pflanzkübels herumkriechen, können sie problemlos auch dort verbleiben.
Der Vorteil einer Aufzuchtbox ist, dass sie unter Kontrolle sind.

Ein Hinweis noch: Bierschnegel sind nachts und dann überwiegend erst ab etwa 23.00 h aktiv unterwegs auf Nahrungssuche. Vorher bekommt man sie kaum zu Gesicht.
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon Kubah am 28.03.2026, 09:28



Hallo Hanspeter Willi!
Tatsächlich hatte ich (fast) nie Probleme damit, dass sich die Schnegel aus den offenen Töpfen herausbegeben haben. Sie sind die Pflanzkübel hoch und runter gekrochen (am liebsten haben sie die Tage unter den Töpfen verbracht), außerdem hatten sie vier große Kübel mit Rindenbrücken zum hin-und herlaufen sowie zwei weit verzuweigte, 2m hohe Palmen. Oft hab ich die Pilze in eine Palmen-Astgabel geklemmt, damit sie klettern mussten, was sie sehr gerne getan haben, auch wenn ebenerdig Futter auslag.
Nur ganz zum Schluss haben die erwachsenen Tiere ausnahmsweise einen Ausflug zur Terrassentür unternommen, sind dann aber anschließend wieder unter den Kübel zurückgekehrt.
Ich bin oft nachts aufgestanden, um sie zu beobachten.
Die kleinen Schnegel gedeihen in der Aufzuchtbox ebenfalls gut, ich hab nur zu viele gute Verstecke eingebaut, deshalb sehe ich sie selten, wenn ich nachgucke. Im offenen Kübel kann ich täglich einige beim Schlüpfen und Fressen beobachten, wenn ich die große Rindenplatte anhebe, die die Oberfläche abdeckt. Es werden bestimmt mindestens 50 Jungtiere werden.
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon HanspeterWilli am 28.03.2026, 16:25

Dann ist es ja super so!

Mir ist es eben schon passiert, dass ich bei Jungschnecken im Terrarium das Lüftungsgitter zu spät mit Folie abgedeckt habe. Dadurch sind die Schnecklein durch dessen Löcher entwichen, aussenseitig das Glas heruntergekrochen und auf den Boden gelangt. Wegen der dort herrschenden Trockenheit ist ihnen der Schleim ausgegangen, wodurch sie gestorben sind.

Ältere Nacktschnecken hingegen sind zäher. Meist finden sie den Weg retour, indem sie ihrer eigenen Schleimspur zurück zum Ruheplatz folgen.
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon Yara am 31.03.2026, 17:29

Will mich nur mal einklinken um zu sagen, dass ich deine unkonventionelle Schneckenhaltung sehr cool finde. Kann natürlich sein, dass es irgendwann zu viele sind. Ich weiss nicht wie das bei dieser Art ist, aber generell könnte ich mir vorstellen, dass irgendwann einige Tiere mal den Drang verspüren, neue Reviere aufzusuchen.
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Re: Bierschnegel-Nachwuchs

Beitragvon Kubah am 31.03.2026, 18:08

Hallo Yara, Dankeschön!
Sicherlich hast du recht!
Im letzten Jahr sind nur 4 Bierschnegel bei mir eingezogen, die ich mit wachsender Begeisterung erst durchgefüttert und dann im Frühling ausgewildert habe.
In diesem Jahr waren es 11, und die haben irgendwann angefangen, Eier zu legen.
Aus den ersten Gelegen sind nur ca 5 Schnegli geschlüpft, aber kurz vor der Auswilderung haben sie mir noch zwei wunderschöne Eierpakete hinterlassen.
Die ersten Winzlinge habe ich nach Anleitung von HanspeterWilli in einer Kinderstube untergebracht, wo ich sie zuerst aus den Augen verloren hatte. Sie wachsen und gedeihen aber prächtig.
In dem offenen Pflanzkübel (auf der Fensterbank in einem kühlen Zimmer, zusätzlich von Monster-Blättern überschattet, sind inzwischen alle geschlüpft, an die 100, schätze ich.
Die größten habe ich heute abgesammelt und in einen viel größeren geschlossenen Behälter gesetzt, weil ich Deine Bedenken bei dieser Masse an Miniinividuen durchaus teile.
Deshalb werde ich die größeren immer aussortieren und dann so bald wie möglich freisetzten.
All das macht mir eine Riesenfreude!
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