Die Schnecken-Paarung

Auflistung aller wichtigen Begriffe, sowie FAQ-Threads, rund um das Thema "Schnecken" und "Forum" allgemein.

Re:

Beitragvon Gastro Po am 18.08.2008 pm 13:42

Cleo hat geschrieben:J(...) Ich hab noch nie ein Liebesspiel von Weinis beobachten können, aber schon oft von Achatschnecks. Da umwerben sich beide gleichermaßen und BEIDE nutzen ihren Penis, das konnte ich besonders gut immer bei den archachatins sehen, da die nach der Paarung ja noch an ihren Penissen "rumknurpseln". Wenn nun nur eine Schnecke der befruchtende Teil sein soll, wozu "benutzt" die andere Schneck denn dann ihren Penis? Den könnte sie dann doch einfach "für sich behalten"...oder? Ist das aber auch kompliziert...*schnauf*


Hallo Cleo,
es scheint generell so zu sein, daß bei jeder Paarung ALLE Begattungsorgane komplett ausgefahren und der Penis eingeführt wird. Die Spermatophore, die erst während der Begattung durch erhärtende Drüsensekrete entsteht, und die Spermien quasi in einem organischen Tupperschüsselchen verpackt, wird aber immer nur in EINEM Tier gebildet und übertragen.
Prof. Kilias schreibt in seinem Buch Die Weinbergschnecke daß er bei hunderten von beobachteten Kopulationen niemals eine synchrone Übertragung von Spermatophoren beobachten konnte. Ich habe irgendwo gelesen - dummerweise finde ich diese Quelle nicht mehr - daß das "Geschlecht" bei der Paarung altersabhängig ist, d.h. in einer bestimmten Lebensphase reagiert eine Schnecke als "Männchen" und später dann als "Weibchen" (oder umgekehrt). In diesem Fall würde jede Schnecke irgendwann zur Eiablage kommen.

Warum benutzt nun jede Schnecke ihren Penis? Vielleicht um in Übung zu bleiben oder aus Spaß an der Freud :wink: . Nein, im Ernst, ich habe keine Ahnung. Eventuell sind für den korrekten Ablauf der Paarung bestimmte Schlüsselreize zwingend erforderlich und das Einführen des Penis ist einer davon.

LG Werner
Gastro Po
 

Re: Die Schnecken-Paarung

Beitragvon cleare am 29.04.2011 am 07:56

Hallo ,
ich habe mal gelesen das sich manche Schneckenarten ( wie zb. Subulina Oktona ).
zur Jungferzeugung .dh. fähig sind .
Das heißt sie können sich vermähren soger ganze Kolonien gründen ohne zwingend eine Sexualpartner nötig zu haben. :shock:
Ich finde es erstaunlich was Schnecken so können um zu überleben.
Aber wie machen sie das, sich selber befruchten ? :kin: :?:
lg cleare
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Re: Die Schnecken-Paarung

Beitragvon Birte am 02.05.2011 pm 16:53

Schnecken haben ja ein Zwitter-Organ, das heißt, dass eine Schnecke sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Geschlechtsorgane hat. Sie kann also Samenzellen produzieren und ebenso Eizellen. Wie genau die dann in der Schnecke zueinander kommen, kann ich auch nicht sagen, aber wenn beides schon mal in einem Körper ist, ist der Weg ja nicht mehr weit.
LG, Birte
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Re: Die Schnecken-Paarung

Beitragvon cleare am 03.05.2011 pm 14:58

Danke Birte ,
und wieder ein Grund Schnecken faszienirend zu finden :)
LG cleare
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Re: Die Schnecken-Paarung

Beitragvon Melchior am 24.11.2012 pm 13:51

Huhu,

ich stoße gerade auf diesen alten Thread und finde ihn sehr faszinierend!

Dazu noch eine Nachfrage zu Werners Vermutung, dass es ALTERSABHÄNGIG sein könnte, welche Schnecke die Rolle des Männchens und welche die des Weibchens übernimmt: Demnach könnten sich dann Geschwister desselben Geleges nicht verpaaren, da sie ja gleich alt sind und demnach zwingend in die gleiche Rolle schlüpfen müssten; de facto können sich Geschwister aber sehr wohl verpaaren :?

Und hier noch ein Link, der doch auf GEGENSEITIGE Befruchtung hineutet: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 79086.html

Tja - und nu :?
LG, Melchior
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Re: Die Schnecken-Paarung

Beitragvon Birte am 24.11.2012 pm 14:01

Werner bezog sich allerdings auf Weinbergschnecken und der Artikel den du verlinkt hast auf marine Nacktschnecken. Das kann bei unterschiedlichen Arten, auch wenn alles Zwitter sind, durchaus völlig unterschiedlich gelöst werden.

Ich denke aber mal, dass das auch nicht ausschließlich gemeint war, also dass sich zwei gleich alte Schnecken dann gar nicht paaren würden, weil sie sich nicht einigen können. Die werden dann schon irgendwie anders drauf kommen, welche größer, schwerer, oder schneller ist, oder was auch immer.
Dagegen könnte ich mir gut vorstellen, dass das Alter schon ein Mit-Faktor ist, welche Schnecke Männchen und welche bei einer Paarung Weibchen ist.

Aber interessant, dass da beschrieben wird, die Spermaproduktion wäre so kostenaufwändig, ich hatte mal gelesen, dass grade bei diesen Nudibranchen darum gekämpft wird, wer das Männchen spielt bei der Paarung, eben grade weil die Eierproduktion so viel aufwendiger für eine Schnecke ist.
LG, Birte
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Re: Die Schnecken-Paarung

Beitragvon Melchior am 25.11.2012 pm 13:39

Hallo Birte,
zwar war mein verlinkter Artikel in der Formulierung recht allgemein auf Zwitter gemünzt, aber Du hast natürlich recht, dass man von maritimen Nacktschnecken nicht auf Weinbergschnecken und Achatschnecken schließen kann.
Schade, das Thema ist so spannend, dass ich mir gesicherte Erkenntnisse wünsche!
Im Bereich der Schneckenforschung scheint es noch soooo viele offene Fragen zu geben, dass wir sie hier im Forum unter uns aufteilen sollten: Einer widmet sich der lückenlosen Beobachtung von Paarungen, einer den Vererbungsmerkmalen des Nachwuchses etc. :mrgreen:
LG, Melchior
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Re: Die Schnecken-Paarung

Beitragvon Trochoidea am 30.11.2012 pm 16:08

Schneckenarten können so unterschiedlich sein. Und eigentlich kann man davon ausgehen, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Gegenseitige Befruchtung, Befruchtung nur eines Partners, Selbstbefruchtung, Eierlegen ohne Befruchtung. Das gibt's alles.
Eine große Zahl der Schneckenarten sind ja nicht mal Zwitter. Selbst bei uns gibt es nichtzwittrige Landschnecken, z.B. Cochlostoma oder Pomatias.
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