Haben Schnecken ein Sozialverhalten?

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Haben Schnecken ein Sozialverhalten?

Beitragvon Renar am 22.09.2007 am 08:30

huhu!

eine freundin hat mich gestern gefragt, ob schnecken denn ein sozialverhalten haben. ob sie merken, wenn eine schnecke aus ihrem "rudel" nicht mehr da ist oder plötzlich eine neue schnecke mit ihnen im terrarium lebt. ob sie wegen toten "rudelsmitlgieder" trauen können und ob es ihnen eigentlich egal ist, wenn sie alleine gehalten werden. ob sie untereinander eine art rangordnung haben und was schnecken genau mit ihren mitbewohnern machen (paarung ausgeschlossen).

ich finde, das sind ganz interessante fragen. ich konnte ihr leider nur erzählen, dass man schnecken nicht alleine oder mit zu wenigen halten soll, da sie sich sonst nicht wohlfühlen, inaktiver sind und früher sterben können (z.b. auf grund futterverweigerung).

wisst ihr vielleicht noch ein paar weitere antworten auf die fragen oder könnt ihr an euern schnecken schneckentypische verhaltensweisen finden? wisst ihr, was schnecken aus ihrer rudelumgebung alles mitkriegen und wie weit sie das beeinflusst?

schöne grüße
rena
Schöne Grüße!
Rena

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Beitragvon Escargot am 22.09.2007 pm 21:30

Hallo Rena,

vor einigen Monaten habe ich in einer Zeitung (ich glaube, es war die Caridina) gelesen, dass man festgestellt hat, dass Apfelschnecken ganz offensichtlich und mit Wohlgefallen miteinander kuscheln. Und das nur zum Zwecke der sozialen Kommunikation, nicht etwa wegen Kälte oder sonstiger äußerer Einwirkungen.
In einem Buch über Weinbergschnecken habe ich nun wieder gelesen, dass Weinbergschnecken bei der Paarung nachweislich Orgasmen erleben und daher auch wenn die Eier schon längst befruchtet sind - also nicht zum Zwecke der Arterhaltung - durchaus weitere Paarungen eingehen, quasi, nur weil es so schön ist.
Meine Schnecken haben feste Schlafplätze und es schlafen immer die gleichen zwei in je einem Häuschen, zumindest bisher. Das mag durchaus Zufall sein, könnte aber ja auch auf Sympathie beruhen.
Da Schnecken aber keine Reviere verteidigen und auch nicht um Weibchen kämpfen müssen, denke ich, dass die sozialen Ausdrucksformen nicht so entwickelt sein müssen wie bei anderen Arten. Klassische Trauer beim Verlust des Partners ist in dem Moment einfach überflüssig, wo die Partner eh willkürlich gewechselt werden. Trotzdem glaube ich, dass die Tiere sich gegenseitig erkennen und wiedererkennen.
Und die Tatsache, dass Schnecken sehr unterschiedliche Futtervorlieben haben zeigt Individualität - und ich denke, dass ist eng verknüpft mit sozialem Verhalten.
Grüße aus dem Rheinland von Gabi
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Beitragvon Sunrise am 06.10.2007 am 00:37

Hallo Renar,
ich habe eine Schnecke die sehr viel länger und auch dicker als die Anderen ist.
Vor einiger Zeit habe ich bemerkt, wenn es Futter gibt legt er sich mitten drauf und schiebt den Kleinsten sogar weg mit dem Kopf. Oder er legt sich einfach auf den Kleinen drauf, der wirklich sehr winzig ist. Wobei der Kleine kein Baby ist, er wächst einfach nicht.
Nun habe ich den Großen aus der Futterschale genommen und in die hinterste Ecke gesetzt um zu gucken was er macht. Er ist zurück gekrochen, hat sich wieder auf das Futter gelegt und die Anderen weggeschoben. Das Ganze habe ich dann 4 mal wiederholt. Er hat immer wieder das gesamte Futter in Beschlag genommen.
Ich will damit nicht sagen das es dort eine Rangordnung gibt. aber vielleicht Futterneid?
Der Große macht das aber auch nicht immer. Vielleicht ist der auch einfach eine Zicke. :lol: :lol:
Alles gute,
Sunrise!
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Beitragvon Renar am 06.10.2007 am 05:37

hihi... das breitmachen kenne ich von meinen retis nur zu gut :wink:

ich muss aber sagen, zum thema rangverhalten oder sozialverhalten habe ich an meinen schneckels noch nichts entdeckt
Schöne Grüße!
Rena

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Beitragvon Tiegerlilli am 06.10.2007 pm 12:10

ich denke nicht, das schnecken "trauern" können. Denn meiner meinung nach braucht mal dafür eine gewissen grund intelligenz. Vielleicht können sie sich an etwas gewöhnen, aber darum trauern, wenn es nicht mehr da ist, halte ich für unwahrscheinlich.
Das mit den Orgasmen kann ja gut sein, denn warum sollten sich Lebewesen paaren, wenn sie nicht einen grund spaß daran haben? Denn ich stelle mir sonnst die paarung zB der Schnecken nicht sehr angenehm vor.
Von so einem "liebesfeil" getroffen zu werden...aua....
Das es eine Rangordung gibt, halte ich auch für unwarscheinlich. Den zB in der freien Natur leben doch schnecken nicht in einer Gruppe. Sie begegnen sich vielleicht mal, weil sie vom gleichen futter angelockt werden, aber sonnst.
Futterneid gibt es warscheinlich schon eher. Das ist natürlich und für mich auch vorstellbar.
Tiegerlilli
 


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